{"id":228,"date":"2011-02-20T09:50:54","date_gmt":"2011-02-20T07:50:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.historikerkomitee.de\/?page_id=228"},"modified":"2013-05-13T21:54:25","modified_gmt":"2013-05-13T19:54:25","slug":"kassel-2008-bericht","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.historikerkomitee.de\/?page_id=228","title":{"rendered":"Kassel 2008 Bericht"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>10. Tagung des Deutsch-Franz\u00f6sischen Historikerkomitees<br \/>\nvom 9. bis 11. Oktober 2008 in Kassel<\/strong><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">\u201eMedien &#8211; Debatten &#8211; \u00d6ffentlichkeiten in Deutschland und Frankreich im 19. und 20. Jahrhundert \/ M\u00e9dias, d\u00e9bats et espaces publics en Allemagne et en France aux 19i\u00e8me et 20i\u00e8me si\u00e8cles\u201c<\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"color: #888888;\">Tagungsbericht<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em> von Dietmar H\u00fcser; Katharina B\u00f6hmer (Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Universit\u00e4t Kassel)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Medien sind ein eher junges Arbeitsfeld der Geschichtswissenschaft in Deutschland wie in Frankreich. Allerdings hat das Interesse in beiden L\u00e4ndern w\u00e4hrend der letzten Jahre sp\u00fcrbar zugenommen. Mehr und mehr hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass es sich bei Medien um ein erkl\u00e4rungsm\u00e4chtiges Ph\u00e4nomen handelt, um eine ganz grunds\u00e4tzliche Problemstellung und eine legitime geschichtswissenschaftliche Teildisziplin. Allerdings erfolgte der medienhistorische Aufschwung bislang fast ausschlie\u00dflich unter nationalen Pr\u00e4missen, kaum dagegen als deutsch-franz\u00f6sische Beziehungs-, Vergleichs- und Transfergeschichte. Publikationen, die konsequent medienhistorische \u00c4hnlichkeiten und Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich bzw. wechselseitige Austauschprozesse und Beeinflussungen herauszuarbeiten versuchen, lassen sich an einer Hand abz\u00e4hlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor diesem Hintergrund verfolgte die Kasseler Tagung drei grunds\u00e4tzliche Zielsetzungen. Zum ersten ging es darum, die seit langen Jahren erfolgreich etablierte Struktur des Deutsch-Franz\u00f6sischen Historikerkomitees zu nutzen, um die bilaterale Wissenschaftskooperation auch im Bereich der Mediengeschichte voranzutreiben. Zum zweiten sollte der mediengeschichtliche Wandel im neuzeitlichen Europa am Beispiel Deutschland und Frankreich konkret in den Blick genommen und unter den Leitbegriffen \u00ab\u00a0Medien\u00a0\u00bb, \u00ab\u00a0Debatten\u00a0\u00bb und \u00ab\u00a0\u00d6ffentlichkeiten\u00a0\u00bb nach zentralen Z\u00e4suren und Medialisierungssch\u00fcben im 19. und 20. Jahrhundert gefragt werden. Zum dritten kam es darauf an, den dominanten nationalen Fokus auf das Forschungsfeld \u00ab\u00a0Medien\u00a0\u00bb zu \u00fcberwinden und erstmals bei einer solchen medienhistorischen Veranstaltung s\u00e4mtliche Beitr\u00e4ge ausdr\u00fccklich in eine vergleichs- und \/ oder transfergeschichtliche Perspektive zu r\u00fccken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anl\u00e4sslich des 20-j\u00e4hrigen Bestehens des Deutsch-Franz\u00f6sischen Historikerkomitees bildete eine Podiumsdiskussion ehemaliger Gr\u00fcndungsmitglieder und Vorsitzender den Auftakt der Tagung. Gegenstand der Debatte, an der mit Josef Becker (Augsburg), Rainer Hudemann (Saarbr\u00fccken), Franz Knipping (Wuppertal), Jean-Marie Valentin (Paris), Georges-Henri Soutou (Paris) eminente deutsch-franz\u00f6sische Mittler im Austausch der Geschichtswissenschaften teilnahmen, war, aus welchen Motiven und mit welchen Zielen das Historikerkomitee vor 20 Jahren gegr\u00fcndet worden ist, welche Bilanz sich r\u00fcckblickend im Positiven wie im Negativen ziehen l\u00e4sst und welchen Zukunftsaufgaben sich das Komitee vornehmlich zu stellen hat. Jean-Paul Cahn (Paris), der als Pr\u00e4sident des Historikerkomitees den Runden Tisch moderierte, durfte abschlie\u00dfend konstatieren, in welchem Ma\u00dfe das Komitee in den letzten beiden Jahrzehnten \u201ea rapproch\u00e9 des hommes et des m\u00e9thodes\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der wissenschaftliche Teil der Tagung bestand aus sechs Sektionen: Medienformate, Medialisierungssch\u00fcbe, Debatten in den Medien I &amp; II, Debatten \u00fcber Medien, Medien und \u00d6ffentlichkeiten. Die erste Sektion (Medienformate) er\u00f6ffnete ein Vortrag von NICOLAI HANNIG (Bochum \/ Gie\u00dfen) zum Thema \u201eZwischen Transfer und Innovation &#8211; Transnationale Verflechtungen der deutschen und franz\u00f6sischen Massen- und Illustriertenpresse 1870-1970\u201c. Eingangs wies Hannig darauf hin, dass in der Mediengeschichte ein verflechtungsgeschichtlicher Ansatz nach wie vor selten sei und stellte die These auf, im Bereich des Pressewesens seien seit dem 19. Jahrhundert eben diese transnationalen Verflechtungen und gegenseitigen Beeinflussungen wichtiger gewesen als eine einseitige \u201eAmerikanisierung\u201c oder \u201eWesternisierung\u201c. So konnte Hannig zeigen, dass sich zwar in Deutschland wie in Frankreich neue, durch die Medialisierungssch\u00fcbe des sp\u00e4ten 19. Jahrhunderts entstehende Medienformate auf jeweils unterschiedliche Weise an amerikanischen (\u201emuckraking\u201c) und englischen (\u201enew journalism\u201c) Vorbildern orientierten, zugleich aber z.B. im fr\u00fchen 20. Jahrhundert der deutsche Fotojournalismus im Ausland als Avantgarde angesehen wurde. Zun\u00e4chst habe es so zwar eine einseitige Transferbeziehung zwischen den USA und Deutschland bzw. Frankreich im Bereich des Pressewesens gegeben; sp\u00e4testens in den 1920er Jahren habe sich dieses Verh\u00e4ltnis jedoch grundlegend gewandelt. Mit der Emigration bedeutender Fotojournalisten und dem Zweiten Weltkrieg habe sich das Zentrum des Fotojournalismus in den angels\u00e4chsischen Raum zur\u00fcckverlagert: Wiederum seien Impulse von hier in Europa aufgenommen worden, es sei also zu einem Re-Import europ\u00e4ischer Anregungen aus den USA gekommen. Als Beispiel f\u00fchrte Hannig die nationalsozialistische Illustrierte \u201eSignal\u201c an, die bis in die Titelgestaltungen das amerikanische Vorbild \u201eLife\u201c zitierte, sowie die \u201ephotographie humaniste\u201c der franz\u00f6sischen Nachkriegszeit, die die (amerikanische) Foto\u00e4sthetik der 1920er Jahre aufgreife. Hannig konnte zeigen, dass spezifisch deutsche bzw. spezifisch franz\u00f6sische Innovationen die massenmedialen Transferprozesse angloamerikanischer Provenienz im Verlauf des 20. Jahrhunderts zu erg\u00e4nzen vermochten. URSULA E. KOCH (M\u00fcnchen) stellte in ihrem Beitrag \u201eDer Deutsch-Franz\u00f6sische Krieg und Elsa\u00df-Lothringen in der deutschen illustrierten Presse (1870-1919) &#8211; Auf dem Weg zum \u201eMus\u00e9e de la guerre de 1870 et de l&rsquo;annexion\u201c in Gravelotte\u201c die Neukonzeptionierung des dem Krieg von 1870 und seinen Folgen gewidmeten Museums im lothringischen Gravelotte vor, das einige Kilometer westlich von Metz liegt. Die Schlacht, die dort am 18. August 1870 stattgefunden hatte, kostete mehrere 10.000 Menschen das Leben. Koch erl\u00e4uterte den Stellenwert, der der illustrierten Presse in den geplanten Ausstellungsbereichen zukommen soll. Anliegen des Konzepts sei es, auch die deutsche Sicht auf Krieg und Besatzung zu vermitteln, weswegen der illustrierten deutschen Presse eine wichtige Quellenfunktion zuk\u00e4me. Stellvertretend f\u00fcr ANDREAS FICKERS (Maastricht), der verhindert war, erl\u00e4uterte Dietmar H\u00fcser dessen Thesen zu den \u201eDeutsch-franz\u00f6sischen Interferenzen beim Aufbau einer europ\u00e4ischen Fernsehinfrastruktur 1935-1965\u201c. Schon der Titel des Beitrags mache deutlich, dass es Fickers um eine mediengeschichtliche \u00dcberwindung politikgeschichtlicher Strukturen gehe. Ausgangsthese seines Vortrags war die Feststellung einer grundlegenden Ambivalenz zwischen der politischen Instrumentalisierung des Mediums Fernsehen und den strukturellen sowie gesellschaftlichen Netzwerken, die im Zuge seiner technischen Entwicklung europaweit entstanden. Insofern sei es immer wieder zu Kollisionen zwischen nationalen wie internationalen Interessen gekommen, die sich besonders gut an deutsch-franz\u00f6sischen Problemen festmachen lie\u00dfen. Die Arbeit der sozialen Netzwerke, die sich beispielsweise zwischen deutschen und franz\u00f6sischen Fernsehtechnikern und Unternehmen seit Mitte der 1930er Jahre herausbildeten, aber auch im Zuge der Zusammenarbeit beim \u201eFernsehsender Paris\u201c w\u00e4hrend der Kriegs- und Besatzungsjahre, sei dann &#8211; gegen Ende der 1940er Jahre &#8211; mehr und mehr politisch unterlaufen worden. Eine europ\u00e4ische Fernsehinfrastruktur habe angesichts konkurrierender industriell-politischer Handlungslogiken in beiden L\u00e4ndern nicht entstehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der zweiten Sektion (Medialisierungssch\u00fcbe) stellte HANS MANFRED BOCK (Kassel) seine \u00dcberlegungen zu \u201eIntellektuellen im Fernsehzeitalter in Deutschland und Frankreich\u201c zur Diskussion. Ausgegangen wurde dabei von der These, die durch den \u201ecultural turn\u201c erm\u00f6glichte Verbindung von Intellektuellen-, Mentalit\u00e4ts- und Mediengeschichte habe in Deutschland und Frankreich zu unterschiedlichen Folgen gef\u00fchrt. Einigkeit best\u00fcnde jedoch in beiden L\u00e4ndern \u00fcber den grundlegenden Wandel des Verh\u00e4ltnisses von Medien und Intellektuellen durch das Aufkommen der audiovisuellen Massenmedien. Unter Bezugnahme auf R\u00e9gis Debray stellte Bock die ver\u00e4nderte Rolle des Intellektuellen vom Beherrscher der Medien zu dessen \u201eDiener\u201c und Anh\u00e4nger dar: Es sei ein Intellektuellentypus neuen Zuschnitts zu konstatieren, der \u201eintellectuel des m\u00e9dias\u201c. Abschlie\u00dfend ging es Bock um eine Skizzierung m\u00f6glicher Forschungsfelder: die Geschichte der Wahrnehmung des Fernsehens durch Intellektuelle, die Abl\u00f6sung der Legitimationsgrundlage f\u00fcr ihre \u00f6ffentliche Intervention &#8211; so sei nicht l\u00e4nger die Kompetenz der Intellektuellen ausschlaggebend, sondern ihre Prominenz -, sowie die Substituierung ihrer sozialen Funktion durch die neuen \u201eMedienintellektuellen\u201c. Als positiv konstatierte Bock das Entstehen eines deutsch-franz\u00f6sischen \u201eInterdiskurses\u201c: So w\u00fcrden Medienforscher beider L\u00e4nder zunehmend Bezug aufeinander nehmen. Mit ihrem Vortrag zum Thema \u201eVoeux du Pr\u00e9sident en France et \u201eNeujahrsansprachen\u201c du chancelier en Allemagne &#8211; Un rituel t\u00e9l\u00e9vis\u00e9 dans les ann\u00e9es 1980 et 1990\u201c widmete sich DOMINIQUE BOSQUELLE (Nizza) in vergleichender Perspektive einem allj\u00e4hrlichen Ritual, das sowohl im deutschen wie im franz\u00f6sischen \u00f6ffentlichen Fernsehen jeweils am 31. Dezember seit Jahrzehnten seinen festen Sendeplatz hat. Ausgangspunkt ihrer Analyse der j\u00e4hrlich wiederkehrenden Reden zum Jahresbeginn von franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten und deutschem Bundeskanzler war die \u00dcberlegung, es handele sich jeweils um \u201epratiques politiques\u201c. Bei aller Vergleichbarkeit des Formats als solchem konnte Bosquelle auf markante Unterschiede in der Ausgestaltung hinweisen, so beispielsweise die im Laufe der Jahre zunehmende \u201eTheatralisierung\u201c der Pr\u00e4sidenten-Ansprache durch Musik und Bilder des Elys\u00e9e-Palasts im Vorspann der eigentlichen Rede, f\u00fcr die sich im deutschen Fall keine Entsprechung finden l\u00e4sst. Gleichzeitig sei seit dem Umzug der Bundesregierung eine Verlagerung des Orts der Rede aus dem n\u00fcchternen Bonner ins weitaus repr\u00e4sentativere Berliner Bundeskanzleramt ebenfalls als gr\u00f6\u00dferer Inszenierungswille zu interpretieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der dritten Sektion (Debatten in den Medien I) stellte PETER SCH\u00d6TTLER (Paris, Berlin) seine Analyse der \u201eDebatten um Wissenschaft und Rationalismus in Deutschland und Frankreich 1900-1930\u201c vor. Diesseits wie jenseits des Rheins h\u00e4tte um die Jahrhundertwende der Szientifismus eine Bl\u00fctezeit erlebt. Ausgehend von einer Gegen\u00fcberstellung der Editorials von vier historisch-sozialwissenschaftlichen Zeitschriften er\u00f6rterte Sch\u00f6ttler programmatische und inhaltliche Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede vor den jeweils nationalen Wissenschaftsdiskursen der Zeit. Gemeinsam sei in allen betrachteten Zeitschriften die thematische Ausrichtung auf Geschichte, \u00d6konomie und \u201eStaatswissenschaften\u201c gewesen, der \u201eenzyklop\u00e4dische\u201c Anspruch sowie der Status als \u201eAkademikerzeitschriften\u201c. Es habe demnach in Deutschland und Frankreich ein relativer Parallelismus der Zeitschriftenprojekte geherrscht, der auf die zeitgleich ablaufende \u201eVerwissenschaftlichung\u201c der Gesellschaft wie der Wissenschaft selbst zur\u00fcckzuf\u00fchren sei. Das zum Gr\u00fcndungszeitpunkt der Zeitschriften durchaus noch offene Verh\u00e4ltnis zwischen Geschichte und Soziologie habe sich in Deutschland hingegen fr\u00fcher als in Frankreich verh\u00e4rtet und m\u00f6glicherweise fatale Konsequenzen f\u00fcr das Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnis von Wissenschaftsgl\u00e4ubigkeit und Darwinismus bzw. Biologismus gehabt. Anschlie\u00dfend schilderte PETER FRIEDEMANN (Bochum) in seinem Vortrag zu \u201eFrankreich-Perzeption in der Presse der deutschen Arbeiterbewegung vor 1914 &#8211; Die Katastrophe von Courri\u00e8res am 10. M\u00e4rz 1906\u201c das gro\u00dfe nordfranz\u00f6sische Bergwerksungl\u00fcck als \u201etransnationales Ereignis\u201c. Hauptfrage war, warum die gro\u00dfe Solidarit\u00e4tswelle, die gerade im Ruhrgebiet f\u00fcr die versch\u00fctteten Kumpel jenseits des Rheins zu konstatieren war, nicht zu zivilgesellschaftlichen Ver\u00e4nderungen und einem Wandel des deutsch-franz\u00f6sischen Verh\u00e4ltnisses gef\u00fchrt habe. Immerhin h\u00e4tten andere historische Katastrophen und technisches Scheitern in der Geschichte durchaus solche Konsequenzen gezeitigt. Friedemann zufolge habe es zwar durchaus in der deutschen wie in der franz\u00f6sischen Presse Versuche zu einer \u201eVerbreiterung\u201c der Debatte \u00fcber die humanit\u00e4ren bzw. philanthropischen Aspekte der Katastrophe von Courri\u00e8res hinaus gegeben, allerdings seien diese rasch politisch instrumentalisiert worden. Eine dauerhafte Ver\u00e4nderung des Bildes vom Anderen habe sich so nicht entwickeln k\u00f6nnen. Um die Frage nach der Funktion von Presseorganen in politisch prek\u00e4ren Zeiten ging es auch in dem Vortrag von H\u00c9L\u00c8NE CAMARADE (Bordeaux) zu \u201eLes articles de Heinrich Mann et de Georg Bernhard dans La D\u00e9p\u00eache de Toulouse entre 1933 et 1939\u201c. Im Unterschied zur journalistischen T\u00e4tigkeit Manns f\u00fcr die \u201eD\u00e9p\u00eache\u201c sei diejenige Georg Bernhards bis heute unerforscht. Camarade f\u00fchrte die au\u00dfergew\u00f6hnliche Bereitschaft zur Ver\u00f6ffentlichung deutscher Exilanten in Frankreich auf die Modernisierung der Zeitung ab 1932 unter ihrem neuen Leiter Maurice Sarraut zur\u00fcck, der \u00fcber seinen Bruder Albert Sarraut enge Kontakte in die Pariser Politikszene hatte. Auf der Grundlage des Vergleichs der Artikel von Mann und Bernhard machte Camarade unterschiedliche Kommunikationsstrategien beider Exilanten aus: W\u00e4hrend es bei Bernhard mehrheitlich um au\u00dfenpolitische und wirtschaftliche Themen gehe, widme sich Mann vor allem der deutschen Innenpolitik und gebe seinen Lesern Kategorien zur Analyse des nationalsozialistischen Regimes an die Hand. Der Impetus beider Autoren sei jedoch identisch: Beiden gehe es um deutliche Warnungen ihrer franz\u00f6sischen Leserschaft vor einer Politik des Appeasement.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die vierte Sektion (Debatten in den Medien II) begann mit einem Vortrag von FRIEDHELM BOLL (Bonn) zur \u201eRezeption der Gr\u00fcndung von Solidarnosc in Deutschland und Frankreich\u201c. Anliegen Bolls war dabei ein Vergleich der jeweiligen \u00d6ffentlichkeitsstrukturen und der Gewerkschaften in beiden L\u00e4ndern, da sich bei einem zu einseitigen Blick auf die polnisch-franz\u00f6sische Forschung bzw. die deutsch-polnische Forschung zum Thema oftmals scheinbare Widerspr\u00fcche erg\u00e4ben. Vielmehr gelte es, die stereotype Wahrnehmung aufzubrechen, derzufolge die Solidarnosc in Frankreich mit ideenreichen Demonstrationen, in der Bundesrepublik hingegen mit stiller, aber umso effizienterer Hilfe unterst\u00fctzt worden sei. Demgegen\u00fcber kam Boll zu dem Schluss, dass nach einer kurzzeitigen Phase des gegenseitigen Missverstehens, das insbesondere durch den Besuch Schmidts bei Honecker im Dezember 1982 gesch\u00fcrt worden sei, eine Wiederann\u00e4herung der deutschen und franz\u00f6sischen Haltung gegen\u00fcber den Vorkommnissen in Polen zu konstatieren sei. Mit ihren pr\u00e4gnanten \u00dcberlegungen zu \u201eQuestions d\u00e9mographiques actuelles &#8211; La d\u00e9natalit\u00e9 dans les m\u00e9dias en France et en Allemagne\u201c beendete ANNE SALLES (Paris) die Sektion. W\u00e4hrend das Thema in Frankreich kaum mehr Aufmerksamkeit errege, sei in der deutschen Presseberichterstattung ein \u201eton d&rsquo;urgence\u201c, wenn nicht gar polemische bis panische Untert\u00f6ne zu konstatieren. Diese Differenzen w\u00fcrden auch wechselseitig wahrgenommen: So g\u00e4be es in der deutschen Presse viele Berichte \u00fcber das franz\u00f6sische Familienf\u00f6rderungsmodell, das aber keinesfalls nachzuahmen sei. Im franz\u00f6sischen Blick auf die deutsche Debatte w\u00fcrde hingegen gern auf die kulturelle Dimension des Problems hingewiesen. Die respektiven Umgangsweisen mit dem Thema Geburtenr\u00fcckgang f\u00fchrte Salles zun\u00e4chst auf die divergierenden Geburtenraten zur\u00fcck. Dies erkl\u00e4re jedoch noch nicht den unterschiedlichen Tonfall in der deutschen und franz\u00f6sischen Presselandschaft. Letztlich seien, so Salles, die Divergenzen darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass die Diskussion \u00fcber die Geburtenrate in Frankreich schon hundert Jahre fr\u00fcher gef\u00fchrt worden sei. In Deutschland belasteten hingegen historische Erfahrungen (NS, DDR) die Debatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der f\u00fcnften Sektion (Debatten \u00fcber Medien) stellte zun\u00e4chst KATHARINA B\u00d6HMER (Kassel) \u201eJugendzeitschriften im Frankreich und Westdeutschland der 1950er und 1960er Jahre\u201c vor. Als entscheidende Rahmenbedingung f\u00fcr die Gr\u00fcndung neuer, kommerzieller Jugendzeitschriften wie der \u201eBravo\u201c (1956) und \u201eSalut les copains\u201c (1962) seien das westdeutsche \u201eWirtschaftswunder\u201c wie die franz\u00f6sischen \u201eTrente Glorieuses\u201c zu sehen, die auch die Herausbildung einer eigenst\u00e4ndigen Jugendkultur in beiden L\u00e4ndern f\u00f6rderten. Im Vergleich beider Zeitschriften lie\u00dfen sich entscheidende Gemeinsamkeiten konstatieren: Beide erreichten innerhalb k\u00fcrzester Zeit unvorhergesehene Auflagenzahlen, beide verdankten ihren Erfolg nicht unwesentlich einer \u201eMedienrevolution\u201c, n\u00e4mlich der rasanten Verbreitung des Transistorradios unter Jugendlichen, das diesen wiederum Zugang zu neuen Musikgenres erm\u00f6glichte. Beide Zeitschriften widmeten einen Gro\u00dfteil ihrer Seiten eben diesen neuen Musikstilen und deren Interpreten, die damit zu Stars und Idolen f\u00fcr die jugendlichen Leser wurden. Hier wie dort spielten politische und gesellschaftliche Themen eine bestenfalls marginale Rolle, vor allem galt es, ein eigenst\u00e4ndiges Generationenbild und Generationengef\u00fchl zu vermitteln. Die Unterschiede seien dem gegen\u00fcber eher auf die spezifischen, jeweils nationalen Auspr\u00e4gungsformen der dominanten Popul\u00e4rkultur zur\u00fcckzuf\u00fchren als auf eine divergierende programmatische Ausrichtung. So habe in Frankreich der Musikstil des \u201ey\u00e9y\u00e9\u201c unvergleichlich gr\u00f6\u00dferen Anklang bei den Jugendlichen gefunden als der Schlager, der in der Bundesrepublik den amerikanischen Musikimporten entgegengesetzt worden sei. Doch sp\u00e4testens die ab 1964 in beiden L\u00e4ndern grassierende Beatlemania habe diese nationalen Unterschiede verschwimmen lassen &#8211; der anf\u00e4nglich unterschiedliche \u201eAmerikanisierungsgrad\u201c beider Magazine sei zunehmend von einer popul\u00e4rkulturellen \u201eEurop\u00e4isierung\u201c abgel\u00f6st worden. Ein ganz anderes Zeitschriftenformat behandelte ST\u00c9PHANIE KRAPOTH (Besan\u00e7on) in ihrem Beitrag \u201eDe l&rsquo;humour publi\u00e9 &#8211; le succ\u00e8s in\u00e9gal de deux magazines satiriques en Allemagne et en France 1954-1967\u201c. F\u00fcr ihre mit Beispielen illustrierte, quantitativ-vergleichende Analyse des \u201eSimplicissimus\u201c und des \u201eCanard encha\u00een\u00e9\u201c unterschied Krapoth drei verschiedene Funktionen des Humors, wie er in Texten und Karikaturen beider Zeitschriften begegnet: Der \u201ehumour comme arme\u201c w\u00fcrde immer dann eingesetzt, wenn es darum gehe, die politischen Gepflogenheiten oder Entscheidungstr\u00e4ger des jeweils anderen Landes &#8211; insbesondere im Kontext der deutsch-franz\u00f6sischen Beziehungen &#8211; zu kritisieren. Daneben gebe es den \u201ehumour divertissant\u201c, dessen Funktion in der Belustigung des Lesers zu suchen sei und der oftmals mit traditionellen Stereotypen operiere. Als letzte Form f\u00fchrte Krapoth den \u201ehumour remontant\u201c an, der nun nicht mehr den Anderen betreffe, sondern vielmehr auf das eigene Selbstbild ziele. In ihrem Fazit pl\u00e4dierte Krapoth f\u00fcr eine st\u00e4rkere Auseinandersetzung mit der Rolle des Humors in der Geschichte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die sechste Sektion der Tagung (Medien und \u00d6ffentlichkeiten) er\u00f6ffnete PHILIPPE ALEXANDRE (Nancy) mit einem Vortrag zur \u201eExposition universelle de 1900: Le d\u00e9bat sur ses enjeux \u00e9conomiques et nationaux en Allemagne\u201c er\u00f6ffnet. Drei Fragen standen im Zentrum der Presseanalyse: wie sich Deutsche und Franzosen im \u201eespace symbolique\u201c der Weltausstellung zueinander positionierten, inwiefern das Bild des Anderen von wirtschaftlichen Gegebenheiten abh\u00e4ngig gewesen sei und ob es auf der Weltausstellung zu einem \u201eregard crois\u00e9\u201c, einer wechselseitigen Wahrnehmung auch in der ver\u00f6ffentlichten Meinung gekommen sei. F\u00fcr die Sichtweise, die Pariser Weltausstellung habe zu einer Ann\u00e4herung der V\u00f6lker beigetragen, fand Alexandre keine Belege. Im Gegenteil habe der dort herrschende \u201eesprit darwiniste\u201c schon in der Sicht der Zeitgenossen zu einer Versch\u00e4rfung der Rivalit\u00e4ten bis hin zu einem \u201eRingkampf der Nationen\u201c (Theodor Wolff) gef\u00fchrt. Die Pariser Regierung habe angesichts der innerfranz\u00f6sischen Spaltung nach der Dreyfus-Aff\u00e4re die Ausstellung zu instrumentalisieren versucht. Auf au\u00dfenpolitischer Ebene sei es ihr um die Herausstellung der \u201egrandeur de la France\u201c gegangen, nicht jedoch um Pazifikation. Zwar habe die Weltausstellung zum ersten Mal seit 1871 zu gr\u00f6\u00dferem Kontakt zwischen Deutschen und Franzosen gef\u00fchrt, der Diskurs in der Presse beiderseits des Rheins sei jedoch \u00e4u\u00dferst ambivalent geblieben. Wieviel realer die Verst\u00e4ndigungschancen zwischen Deutschland und Frankreich in der Zeit nach 1945 waren, illustrierte DANIELA KNEI\u00dfL (Paris) mit ihrem Beitrag zu \u201eM\u00f6glichkeiten und Grenzen europ\u00e4isierter Medienr\u00e4ume &#8211; Die Schwesternzeitungen \u201eJeune Europe\u201c und \u201eJugend Europas\u201c zwischen 1952 und 1957\u201c. Die von der \u201eCampagne europ\u00e9enne de la jeunesse\u201c 1952 zun\u00e4chst in vier Sprachen von Paris aus lancierte Monatszeitschrift \u201eJeune Europe\/Jugend Europas\/Giovane Europa\/Young Europe\u201c richtete sich explizit an eine \u201eeurop\u00e4ische\u201c \u00d6ffentlichkeit und an ein j\u00fcngeres Publikum, das sich f\u00fcr die Idee eines geeinten Europas einsetzte. Doch nur ein Jahr sp\u00e4ter gliederten sich eigene Redaktionen f\u00fcr die franz\u00f6sischen, deutschen und italienische Ausgaben aus. Am Beispiel der Debatten um EVG und deutsche Wiederbewaffnung konnte Knei\u00dfl zeigen, dass angesichts unterschiedlicher politischer Interessens- und Konfliktlagen der europ\u00e4ische Diskursraum zugunsten nationaler Priorit\u00e4ten zumindest teilweise aufgegeben wurde. So habe sich zunehmend die Sicht auf die Deutschen als Partner in einem geeinten Europa verschoben, und die junge Bundesrepublik sei in \u201eJeune Europe\u201c verst\u00e4rkt als Problem dargestellt worden: Einem allgemein gehaltenen \u201eeurop\u00e4ischen Verlangen\u201c h\u00e4tten nationale Ziele entgegengestanden, damit verbunden ein betr\u00e4chtlicher Mangel an tats\u00e4chlichem Austausch zwischen den Redaktionen. Zum Abschluss der Sektion analysierte GUIDO THIEMEYER (Siegen\/K\u00f6ln) \u201eDas \u201eMaastricht-Europa\u201c in der deutschen und franz\u00f6sischen \u00d6ffentlichkeit der fr\u00fchen 1990er Jahre\u201c unter den Leitfragen, wie in Deutschland und Frankreich \u00fcber die W\u00e4hrungsunion diskutiert worden sei und ob es in diesem Zusammenhang zur Entstehung eines transnationalen Diskussionsraums gekommen sei. F\u00fcr die Bundesrepublik unterschied Thiemeyer drei Ebenen der \u00f6ffentlichen Diskussion: eine \u00f6konomische Ebene, eine juristische Ebene und eine politische Ebene, auf der es v.a. um die politische Notwendigkeit der W\u00e4hrungsunion gegangen sei. Insgesamt habe es sich bei der Debatte um \u201eMaastricht\u201c in Deutschland um ein Elitenph\u00e4nomen gehandelt. In Frankreich habe hingegen die Diskussion fr\u00fcher eingesetzt und sei durch das Referendum auch st\u00e4rker und kontroverser politisiert gewesen. Hinsichtlich eines transnationalen Diskursraums stellte Thiemeyer fest, dass dieser nur in Ans\u00e4tzen und nur auf politischem Gebiet entstanden sei: so h\u00e4tten deutsche Politiker beispielsweise in \u201eLe Monde\u201c ver\u00f6ffentlicht. Eine transnationale \u00d6ffentlichkeit h\u00e4tte sich aber nicht gebildet. Grund daf\u00fcr sei nicht zuletzt eine spezifische, historisch bedingte Semantik, die den Blick auf Gemeinsames in den verschiedenen Positionen zu \u201eMaastricht-Europa\u201c verstellte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seinen Schlussfolgerungen betonte DIETMAR H\u00dcSER (Kassel), dass es sich als h\u00f6chst lohnenswert erwiesen habe, Medien in Deutschland und Frankreich aus dem nationalstaatlichen Fokus herauszur\u00fccken und diese &#8211; in jedem einzelnen Beitrag &#8211; konsequent vergleichs- und \/ oder transfergeschichtlich zu betrachten. Ausgehend von einem thematisch und methodisch offenen Medienbegriff sowie einem Verst\u00e4ndnis von Mediengeschichte als Integrationsgeschichte, die untersucht, wie Politik \/ Gesellschaft \/ Kultur die Medien formen und umgekehrt die Medien Politik \/ Gesellschaft \/ Kultur im Zeitverlauf beeinflussen, h\u00e4tten die Vortr\u00e4ge wichtige R\u00fcckschl\u00fcsse auf pr\u00e4gende Debatten der aktuellen Forschungslandschaft \u00ab\u00a0Medien\u00a0\u00bb erlaubt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Besonders f\u00fcr die folgenden Fragenkomplexe h\u00e4tten zahlreiche Beitr\u00e4ge neue Einsichten und Erkenntnisse geboten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Die Frage nach Leit- und Begleit-Medien, nach Medienarten und Medienformaten, nach quantitativer Ausweitung und qualitativer Ver\u00e4nderung von Medien, nach der Fragmentierung und Pluralisierung von Formaten, nach den Bedingungen und Wirkungen von Medialisierungssch\u00fcben sowie dem Platz ehemaliger Leitmedien in neu strukturierten Medienlandschaften: von der Massenpresse und den Illustrierten bis hin zu Radio und Fernsehen.<br \/>\n&#8211; Die Frage nach Medien-Diskursen, nach dominanten massenmedialen Diskursen im Zeitverlauf, nach eher positiven (z.B. Demokratisierung, Polit-Kontrolle) oder eher negativen (z.B. Manipulation, Jugendgef\u00e4hrdung, Amerikanisierung) Konnotationen, auch nach der Diskrepanz von stigmatisierenden Diskursen und tats\u00e4chlichen Praktiken einzelner Sozialgruppen, die sich von Groschenromanen \u00fcber den fr\u00fchen Film bis hin zu Video und Internet beobachten l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Die Frage nach dem Verh\u00e4ltnis von Medien und Politik, nach den politischen Rahmenbedingungen der Medienentwicklung und regierungsamtlicher Medienpolitik bis hin zur staatlichen Kontrolle und Instrumentalisierung &#8211; z.B. beim Aufbau einer europ\u00e4ischen Fernsehinfrastruktur &#8211; von Massenmedien, auch nach der Selbstinszenierung von Politik und Entscheidungstr\u00e4gern in der Mediengesellschaft, etwa bei Fernseh- und Neujahrsansprachen von Staats- und Regierungschefs.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Die Frage nach Medien-Akteuren, konkret nach der Doppelfunktion von Medien, die einerseits als Chiffre politischer, sozio-\u00f6konomischer und kultureller Verh\u00e4ltnisse dienen k\u00f6nnen, die aber andererseits &#8211; als Fachzeitschrift, als Tageszeitung, als Jugendmagazin, als Satireblatt, als dieses oder jenes Fernsehformat, etc. &#8211; selbst als Meinungsmacher fungieren, als Akteure \u00f6ffentlicher bzw. teil\u00f6ffentlicher Meinungsbildung: durch geschicktes Koppeln von Wort und Bild, z.B. durch die politische Gerichtetheit von Einzelmedien wie der D\u00e9p\u00eache de Toulouse oder durch moralisierendes Kommentieren in Demographiedebatten.<br \/>\n&#8211; Die Frage nach Medien-Nationen, nach modernen Nationen als telekommunikativen Erregungsgemeinschaften (Sloterdijk), zugleich nach dem Verh\u00e4ltnis massenmedialer Nationalisierungs-, Europ\u00e4isierungs- und Internationalisierungseffekten, nach Chancen und Schranken transnationaler Medien\u00f6ffentlichkeiten, wie sie sich zu bestimmten Zeitpunkten &#8211; eine Weltausstellung 1900, eine Grubenkatastrophe 1906, die Gr\u00fcndung von Solidarnosc 1980, die Debatte \u00fcber den Maastrichter Vertrag 1992, oder in bestimmten Einzelmedien: Massen- und Illustriertenpresse, Europazeitschriften f\u00fcr Jugendliche &#8211; ergeben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwar h\u00e4tten sich auf der Kasseler Medientagung nicht s\u00e4mtliche Forschungsdebatten gleicherma\u00dfen ausf\u00fchrlich und intensiv behandeln lassen. So sei z.B. die Frage nach den Medien-Machern, nach Journalismus als Beruf, nach Professionalisierung und Ausdifferenzierung einzelner Sparten, nach nationalen und transnationalen journalistischen Stilen und Idealen nur hier und da thematisiert worden. Auch das ebenso wichtige wie methodisch schwierige Problem der Medien-Rezeption und -Publiken, das Problem der selektiv-aktiven Aneignung zunehmend ausdifferenzierter Medienangebote durch einzelne Sozialgruppen habe nur in einigen Beitr\u00e4gen eine Rolle gespielt. Dennoch sei es alles in allem mehr als gelungen, die ganze Bandbreite potentieller Ans\u00e4tze und Gegenst\u00e4nde einer deutsch-franz\u00f6sischen Mediengeschichte unter vergleichs- und \/ oder transfergeschichtlichen Pr\u00e4missen aufzuzeigen und f\u00fcr die weitere medienhistorische Forschung fruchtbar zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dietmar H\u00fcser; Katharina B\u00f6hmer<\/em><\/p>\n<div class=\"wp-socializer wpsr-share-icons\" data-lg-action=\"show\" data-sm-action=\"show\" data-sm-width=\"768\"><div class=\"wpsr-si-inner\"><div class=\"socializer sr-popup sr-32px sr-squircle sr-opacity sr-pad\"><span class=\"sr-facebook\"><a data-id=\"facebook\" style=\"color:#ffffff;\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/share.php?u=\" target=\"_blank\" title=\"Share this on Facebook\"><i class=\"fab fa-facebook-f\"><\/i><\/a><\/span>\n<span class=\"sr-twitter\"><a data-id=\"twitter\" style=\"color:#ffffff;\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/twitter.com\/intent\/tweet?text=%20-%20%20\" target=\"_blank\" title=\"Tweet this !\"><i class=\"fab fa-twitter\"><\/i><\/a><\/span>\n<span class=\"sr-linkedin\"><a data-id=\"linkedin\" style=\"color:#ffffff;\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/sharing\/share-offsite\/?url=\" target=\"_blank\" title=\"Add this to LinkedIn\"><i class=\"fab fa-linkedin-in\"><\/i><\/a><\/span>\n<span class=\"sr-pdf\"><a data-id=\"pdf\" style=\"color:#ffffff;\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/www.printfriendly.com\/print?url=\" target=\"_blank\" title=\"Convert to PDF\"><i class=\"fa fa-file-pdf\"><\/i><\/a><\/span>\n<span class=\"sr-share-menu\"><a href=\"#\" target=\"_blank\" title=\"More share links\" style=\"color:#ffffff;\" data-metadata=\"{&quot;url&quot;:&quot;&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;excerpt&quot;:&quot;&quot;,&quot;image&quot;:&quot;&quot;,&quot;short-url&quot;:&quot;&quot;,&quot;rss-url&quot;:&quot;http:\\\/\\\/www.historikerkomitee.de\\\/?feed=rss2&quot;,&quot;comments-section&quot;:&quot;comments&quot;,&quot;raw-url&quot;:null,&quot;twitter-username&quot;:&quot;&quot;,&quot;fb-app-id&quot;:&quot;&quot;,&quot;fb-app-secret&quot;:&quot;&quot;}\"><i class=\"fa fa-plus\"><\/i><\/a><\/span><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>10. 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