Comité franco-allemand des historiens

Le 5e prix de thèse du Comité a été décerné, lors de l'AG du 30 septembre 2016,
à Marion Aballéa pour sa thèse: „Un exercice de diplomatie chez l’ennemi : l’ambassade de France à Berlin 1871-1933“

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Ausschreibung: Deutsch-französischer Geschichtspreis für Master-Abschlussarbeiten
/ Appel à candidature: Prix franco-allemand d’histoire attribué aux mémoires de master

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Die Gesellschaft der Freunde des DHIP verleiht im Mai 2017 am Deutschen Historischen Institut Paris den dritten Deutsch-französischen Geschichtspreis für Master-Abschlussarbeiten.
Bewerbungsfrist: 1. März 2017

Eingereicht werden können Arbeiten, die im Zeitraum vom 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2016 an einer Hochschule in Deutschland oder Frankreich als Master-Abschlussarbeit (oder Äquivalent, z. B. Zulassungsarbeit zum Staatsexamen) in den Geschichtswissenschaften oder einer historisch arbeitenden Disziplin eingereicht und mit einer Note von „gut“ bis „sehr gut“ (in Frankreich 14/20 und besser) bewertet worden sind. Der Untersuchungsgegenstand der Arbeit soll im Falle einer Eingabe an einer deutschen Hochschule der französischen Geschichte, im Falle einer Eingabe an einer französischen Hochschule der deutschen Geschichte entnommen sein oder für beide Fälle der deutsch-französischen Geschichte angehören. Der Untersuchungszeitraum der Arbeit kann von der Spätantike bis in die jüngste Zeitgeschichte reichen. Die Nationalität des Bewerbers oder der Bewerberin ist irrelevant.

Zur Teilnahme am Wettbewerb senden Sie Ihre Abschlussarbeit bitte per E-Mail zusammen mit dem Gutachten des Betreuers oder der Betreuerin der Arbeit, einem Bewerbungsschreiben und einem tabellarischen Lebenslauf in einem einzigen PDF-Dokument an: geschichtspreis@dhi-paris.fr
Einsendeschluss ist der 1. März 2017.

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Der deutsch-französische Geschichtspreis für Master-Abschlussarbeiten ist mit 500 € dotiert. Der Preisträger oder die Preisträgerin wird zum Maifest der Gesellschaft der Freunde des Deutschen Historischen Instituts am 17. Mai 2017 nach Paris eingeladen, in dessen Rahmen die offizielle Preisverleihung stattfinden wird. Die Reise- und Übernachtungskosten werden erstattet. Eine Zusammenfassung der Arbeit soll im jährlichen Bulletin der Gesellschaft der Freunde des Deutschen Historischen Instituts erscheinen. Die Zeitschrift des DHIP »Francia. Forschungen zur westeuropäischen Geschichte« behält sich die Möglichkeit vor, nach der üblichen externen Begutachtung, wesentliche Aspekte der Preisschrift als wissenschaftlichen Aufsatz zu veröffentlichen.

Eine Kommission aus Mitgliedern der Gesellschaft der Freunde des Deutschen Historischen Instituts, Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen des Deutschen Historischen Instituts Paris und französischen Hochschullehrern und Hochschullehrerinnen wählt unter den eingegangenen Bewerbungen den Preisträger oder die Preisträgerin aus. Ein Rechtsanspruch auf die Verleihung des Preises besteht nicht.

Appel à candidature: Prix franco-allemand d’histoire attribué aux mémoires de master

En 2017, la Société des amis de l’IHA décerne le troisième Prix franco-allemand d’histoire attribué aux mémoires de master.

Date limite de dépôt des dossiers: 1er mars 2017.

Peuvent concourir les travaux qui ont été présentés entre le 1er janvier 2016 et le 31 décembre 2016 à titre de mémoire de master 2 (ou équivalent, par exemple mémoire d’admission au Staatsexamen) en histoire ou une discipline apparentée à l’histoire dans un établissement d’enseignement supérieur de France ou d’Allemagne et qui ont reçu la mention »bien« ou »très bien« (en France à partir de 14/20). L’histoire française doit constituer l’objet de recherche des mémoires soutenus dans un établissement allemand, l’histoire allemande celui des mémoires réalisés dans un établissement français. Dans les deux cas, les travaux peuvent aussi porter sur l’histoire franco-allemande. La période étudiée peut aller de l’antiquité tardive à l’histoire du temps présent. Il n’est pas tenu compte de la nationalité des candidats.

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Call for papers : Bürokratisierung und Identitätskonstruktion im kolonialen und postkolonialen Kontext (1500–2015) /Bureaucratisation et construction des identités dans le contexte colonial et post-colonial (1500–2015)

Sommeruniversität des DHIP, 3.–7. Juli 2017 / Université d’été de l’IHA, 3–7 juillet 2017
Einsendeschluss: 15.3.2017 /Date limite: 15/3/2017

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Nahezu in allen Bereich sind bürokratische Praktiken Teil unseres Alltags. Unter Bürokratie verstehen wir eine Herrschaftsform, die in all jenen Gemeinwesen zu Tage tritt, die durch Professionalisierung, Hierarchien und rationale Normen gekennzeichnet sind. Häufig mit dem Staat assoziiert, gehen bürokratische Praktiken über das rein öffentliche Wirkungsfeld hinaus. Unser Leben wird von ihnen im privaten und beruflichen Bereich genauso bestimmt und strukturiert wie im politischen. Das reicht von der Erfassung der Geburtsurkunde bis zur Steuererklärung, von der Mitgliedskarte im Fußballverein zur Teilnahme an Wahlen, von der Verbandsmitgliedschaft zur Vermietung einer Wohnung, vom Darlehen bei einer Bank hin zur Aufnahme in einer Klinik. Bürokratische Praktiken werden nicht nur »von oben« aufgezwungen, sondern auch im Alltag »von unten« erfunden, herausgefordert und neuformuliert. In den letzten Jahrzehnten haben sie sich im Zuge von Globalisierung, der Existenz multinationaler Unternehmen und der Implementierung neoliberaler Regierungsprinzipien verstärkt. Der massive Rückgriff auf Statistiken bestätigt, dass wir in einem bürokratischen Universum leben, in dem der Gebrauch von Zahlen im Zentrum von Machtbeziehungen innerhalb von Verwaltungen, Unternehmen, Verbänden und sogar der Politik steht. Dazu kommt, dass viele aktuelle Konflikte teilweise mit bürokratischen Praktiken einhergehen. Dies betrifft sowohl Staaten in ihrem Anspruch, Personen und Territorien zu beherrschen, als auch Akteure in Bürgerkriegen, Piraten, Schleuser oder die Arbeitswelt. Zunehmend kommt es zu Spannungen, die auf die steigende Bedeutung zahlengebundener Indikatoren, Benchmarking, Berichtssysteme, quantitativer Auswertungen oder vielschichtiger Prozesse der Normalisierung, Rückverfolgbarkeit und Zertifizierung  zurückzuführen sind.

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Bürokratie ist eine gesellschaftliche Organisationsform. Seit über fünfhundert Jahren hat sie die Welt »erobert«. Was wie eine Erfolgsgeschichte erscheint, hatte verschiedene Ursprünge und war zugleich von Widerständen, Transformationen und Neuinterpretationen geprägt. Diese haben dazu beigetragen, bürokratische Praktiken lokal anzupassen und zu vereinnahmen. Dies wird besonders deutlich in der Rolle bürokratischer Praktiken bei der Produktion und Repräsentation von Identitäten infolge von Identifikationsprozessen. Auch Afrika und andere (post-)koloniale Regionen sind diesem Prozess nicht entgangen. Die Festlegung kolonialer, föderaler oder nationaler Territorien, die Registrierung von Einwohnern und das Ausstellen von Ausweispapieren, Pässen und anderen Passierscheinen, statistische Erhebungen von Altersangaben sowie sozialer, ökonomischer und ethnischer Kategorien, die Bestimmung von Zugehörigen zu Dorfvereinen und tontines, die zunehmende Bedeutung der Quantifizierung durch Strukturanpassungsprogramme, Inklusion und Armutsbekämpfung… all diese sozialen Organisationsformen gehen Hand in Hand mit bürokratischen Praktiken, die (wiederum) die Konstruktion von Identitäten und Identifikationen schaffen, verstärken und verstetigen können. Häufig als kulturelle, soziale oder politische Ausdrucksformen betrachtet, schreiben sie sich auch in Texte, Vorschriften, Kriterienkataloge und Kategorisierungen ein. Die Untersuchung kolonialer und postkolonialer Kontexte eröffnet also ein weites Forschungsfeld über das Wechselverhältnis von Bürokratie und Identitätskonstruktion. Wer sind »wir« und wer sind die »anderen«? Eine Annäherung an diese so alten wie nach wie vor politisch brisanten Fragen ist nur möglich, indem man die Rolle bürokratischer Praktiken im gesellschaftlichen Leben und ihre Bedeutung in verschiedenen Kontexten berücksichtigt.

Die deutsch-französische Sommeruniversität will diese Fragen aus interdisziplinären, epochenübegreifenden und transnationalen Perspektiven erforschen. Diese trilaterale deutsch-französisch-senegalesische Veranstaltung soll zu einem besseren Austausch in den Afrikastudien zwischen Europa, Afrika und anderswo beitragen. Dazu umfasst die Sommeruniversität die Lektüre theoretischer Texte, Präsentationen zu bestimmten Problematiken und Fallstudien sowie Diskussionen. Ziel ist es, eine Grundlage für zukünftige Forschung und Reflektion zu schaffen, welche neue Perspektiven und innovative Ergebnisse erlaubt.

Die Sommeruniversität wird vom transnationalen Forschungsprogramm »Die Bürokratisierung afrikanischer Gesellschaften« und dessen Partnern organisiert. Sie wird koordiniert vom Deutschen Historischen Institut Paris (DHIP), dem Centre de recherches internationales (CERI) der Sciences Po Paris und dem Centre de Recherche sur les Politiques sociales (CREPOS) in Dakar/Saint Louis (Sénégal) und von der Deutsch-Französischen Hochschule unterstützt.

Bestätigte Redner/innen: Peter Becker, Thomas Bierschenk, Simona Cerutti, Birgit Emich, Jean-Pierre Grossein, Carolyn Hamilton, Béatrice Hibou, Matthew S. Hull, Istvàn Kristo-Nagy, Elísio Macamo, Nayanika Mathur, Jean-Pierre Olivier de Sardan, Ursula Rao, Boris Samuel

Die Sommeruniversität richtet sich an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler (Doktoranden und Postdoktoranden), aber auch an Masterstudierende mit einem Forschungsprojekt aus dem Bereich »Bürokratisierung und Identitätskonstruktion«. Vorschläge aus verschiedenen Disziplinen der Sozial- und Geisteswissenschaften sind willkommen, insbesondere Geschichte, Soziologie, Ethnologie, Philosophie und Politikwissenschaften. Kenntnisse der französischen Sprache werden vorausgesetzt.

Die Bewerbungen werden von Susann Baller, Sévérine Awenengo Dalberto, Béatrice Hibou und Niels F. May begutachtet. Auswahlkriterien sind wissenschaftliche Leistung und das Interesse an methodischen Fragestellungen. Die Anbindung an eine afrikanische, französische und/oder deutsche Universität oder Forschungsinstitution ist ein Vorteil, aber kein Ausschlusskriterium. Ausgewählten Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden die Reisekosten teilweise erstattet.

Bitte senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen in einem einzelnen PDF-Dokument bis zum 15. März an: nmay@dhi-paris.fr. Enthalten sein sollten:
1.     Abstract des geplanten Vortrags (max. 500 Wörter)
2.    Akademischer Lebenslauf mit Publikationsliste, Angaben zu Ihren Sprachkenntnissen.

zum Call for papers (PDF-Dokument)

Les pratiques bureaucratiques sont omniprésentes dans notre vie quotidienne. Par bureaucratie, nous entendons une forme de domination (Herrschaft) dans toute sorte de communautés caractérisée par une professionnalisation, des hiérarchies et des normes rationalisées. Souvent liées à l’État, les pratiques bureaucratiques vont bien au-delà de la sphère publique. De l’enregistrement de l’acte de naissance à la déclaration d’impôts, de la carte de membre du club du football à la participation aux élections, de l’appartenance associative à la location d’une habitation, de l’emprunt dans une banque à l’acceptation dans un centre de soin, nos vies sont rythmées et structurées par ces pratiques aussi bien dans les domaines privé et professionnel que politique. Celles-ci ne sont pas uniquement imposées »d’en haut« mais aussi inventées, contestées et reformulées par »le bas« au quotidien. Durant les dernières décades, les pratiques bureaucratiques s’amplifient avec la mondialisation, les entreprises multinationales et la mise en œuvre de normes néolibérales de gouvernance. Le recours massif à la statistique confirme l’adhésion à l’univers bureaucratique en inscrivant l’usage des chiffres au cœur des rapports de pouvoir au sein des administrations, des entreprises, des associations et même dans la politique. En outre, nombre de conflits actuels sont en partie liés à des pratiques bureaucratiques. Ceci concerne aussi bien les États dans leur ambition de contrôler les personnes et les territoires que parmi les protagonistes des guerres civiles, les pirates, les passeurs de migrants, ou le monde du travail. L’importance croissante donnée aux indicateurs chiffrés, à l’étalonnage, aux techniques de reporting, aux évaluations quantifiées ou aux multiples procédures de normalisation, de traçabilité ou de certification créent des tensions.

La bureaucratie est une forme d’organisation des sociétés. Elle conquiert le monde depuis plus que cinq-cents ans. Ce qui apparaît comme une histoire victorieuse, a eu différentes origines, et a été faite aussi de résistances, de transformations et de réinterprétations qui ont contribué, différemment selon les conditions locales, à réadapter les pratiques bureaucratiques. Ceci est particulièrement évident dans le rôle crucial des pratiques bureaucratiques dans la production et les représentations des identités par des processus d’identification.  L’Afrique et d’autres régions du monde (post-)colonial n’ont pas échappé à ce processus. Délimitation des territoires coloniaux, fédéraux ou nationaux, enregistrement des habitants et livraison des cartes d’identité, des passeports et autres laissez-passer, enquêtes statistiques sur les conditions sociales, économiques, ethniques, d’âge, définition des conditions d’appartenance aux associations de village ou aux tontines, montée en puissance de la quantification avec les ajustements structurels et les programmes d’inclusion et de lutte contre la pauvreté… les formes d’organisation sociale vont de pair avec des pratiques bureaucratiques qui peuvent elles-mêmes créer et/ou renforcer la construction des identités et des identifications. Souvent considérées comme expressions culturelles, sociales ou politiques, elles sont aussi inscrites dans les textes, les règlements, les listes des critères, des catégorisations. Ainsi, l’examen des contextes coloniaux et post-coloniaux offre un vaste terrain pour l’étude des interdépendances entre bureaucratisation et construction des identités. Qui sommes »nous« et qui sont les »autres«? Ces questions aussi anciennes que politiquement brûlantes aujourd’hui ne peuvent être abordées qu’en considérant l’insertion de ces pratiques bureaucratiques dans la vie en société et la signification que ces dernières prennent dans des contextes différents.

L’université d’été franco-allemande entend explorer ces questions dans des perspectives interdisciplinaires, transpériodiques et transnationales. Cette manifestation trilatérale – allemande, française et sénégalaise – vise à mettre en place un meilleur échange entre les études africaines menées en Europe, en Afrique et ailleurs. L’université d’été combinera la lecture de textes théoriques, des présentations ciblées sur certaines problématiques et des études de cas ainsi que des débats. Le but est d’établir une base solide de réflexion et de recherche qui peut encourager des nouvelles perspectives ainsi que des résultats solides et novateurs.

L’université d’été est organisée par le programme de recherche transnational »La bureaucratisation des sociétés africaines« et ses partenaires. Elle est cofinancée par l’Université franco-allemande, en collaboration avec l’Institut historique allemand (IHA), le Centre de recherches internationales (CERI) de Sciences Po Paris et le Centre de recherche sur les politiques sociales (CREPOS) de Dakar/Saint Louis (Sénégal).

Les conférenciers confirmés sont: Peter Becker, Thomas Bierschenk, Simona Cerutti, Birgit Emich, Jean-Pierre Grossein, Carolyn Hamilton, Béatrice Hibou, Matthew S. Hull, Istvàn Kristo-Nagy, Elísio Macamo, Nayanika Mathur, Jean-Pierre Olivier de Sardan, Ursula Rao, Boris Samuel

L’université d’été s’adresse aux jeunes chercheurs (doctorants et post-doctorants), mais également aux étudiants en master ayant un projet de recherche dans le domaine »Bureaucratisation et création des identités«. Nous invitons des candidatures des différentes disciplines en sciences sociales et humaines, telles que l’histoire, la sociologie, l’anthropologie, la philosophie et les sciences sociales du politique. Les cours se tiendront en langue française et anglaise.

Les candidatures seront évaluées par Susann Baller, Sévérine Awenengo Dalberto, Béatrice Hibou et Niels F. May. Les critères de sélection seront l’excellence scientifique et l’intérêt porté aux questions méthodologiques. L’affiliation à une université africaine, française ou allemande sera un atout, mais pas exclusive. Les candidat(e)s sélectionné(e)s recevront un soutien financier pour leurs frais de voyage.

Veuillez soumettre vos dossiers de candidature en un seul fichier PDF avant le 15 mars 2017 à: nmay@dhi-paris.fr, incluant:
1.    un résumé de votre projet de recherche de 500 mots
2.    votre curriculum vitae, indiquant votre statut, votre affiliation et vos connaissances en langues.

vers l’appel à communications (document PDF)

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Diffusion du film documentaire „L’Ethnologie du IIIème Reich“

Dimanche 12 février 2017 à 22.35 sur France 5

(rediffusion :Samedi 25 Février 00h15)

Documentaire Durée : 50min

Ce film réalisé par Daniel Vigne et co-écrit par Jean-Louis Georget plonge le spectateur au cœur des débats de l’ethnologie allemande et de la façon dont une science a pu être dévoyée pour se mettre au service d’une imposture idéologique meurtrière. Théories racistes, arrangements historiques et folie des grandeurs, la propagande du IIIe Reich ne reculait devant rien pour justifier l’injustifiable…

En 1968, Wolfgang Emmerich, jeune étudiant à l’Université de Tübingen, publie sous l’égide de son maître à penser, l’ethnologue Hermann Bausinger, une thèse qui a des répercussions retentissantes dans le milieu universitaire allemand et brise le silence tacite qui couvrait les relations perverses entre le nazisme et la Volkskunde, l’ethnologie du peuple allemand. La thèse soutient que les origines des politiques eugénistes d’extermination et du modèle racial du IIIème Reich sont à chercher aussi du côté des ethnologues allemands, chargés à l’époque de promouvoir l’idéologie de la germanité.
A travers le témoignage inédit des deux protagonistes principaux de l’époque, Emmerich et Bausinger, et grâce à de nombreuses archives photographiques et filmiques sur les expéditions ethnologiques du début du siècle, l’Ethnologie du IIIème Reich, propose d’éclairer une part méconnue de l’Histoire.
Ce film réalisé par Daniel Vigne et co-écrit par Jean-Louis Georget, chercheur en histoire de l’ethnologie au centre Georg Simmel de l’EHESS et professeur invité à Francfort, plonge le spectateur au coeur des débats de l’ethnologie allemande et de la façon dont une science a pu être dévoyée pour se mettre au service d’une imposture idéologique meurtrière.

52′ inédit – un film écrit par Daniel Vigne et Jean-Louis Georget – réalisé par Daniel Vigne – Une coproduction Cinétévé (Fabienne Servan Schreiber et Estelle Mauriac) et CNRS Images (Marie Mora Chevais) , avec la participation de France Télévisions, avec le soutien de la Procirep, avec la participation du Centre national du cinéma et de l’image animée – commentaire dit par Marie-José Segarra – musique originale Gilles Daviaud – Année 2016.

A revoir sur Francepluzz TV

ou ICI (youtube)

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Avec « L’Ethnologie du IIIe Reich », documentaire signé Daniel Vigne et Jean-Louis Georget, « La Case du siècle » met en lumière la supercherie scientifique qui a nourri l’idéologie nazie. Théories racistes, arrangements historiques et folie des grandeurs, la propagande du IIIe Reich ne reculait devant rien pour justifier l’injustifiable…

Au lendemain de la Première Guerre mondiale, l’Allemagne, battue sur tous les fronts, doit renoncer à ses colonies. Les ethnologues allemands perdent ainsi l’opportunité de poursuivre leurs études des populations dites « non européennes ». Ils vont alors se concentrer sur ce qu’ils appellent la Volkskunde, c’est-à-dire l’étude du peuple allemand. De 1933 à 1945, sous la direction de Gustav Bebermeyer, l’université de Tübingen devient un haut lieu de l’ethnologie du IIIe Reich. Les chaires de la faculté sont occupées pour la plupart par des chercheurs nazis. En étayant leur point de vue raciste sur la supériorité d’une race germanique fantasmée, ils posent les jalons pseudo-scientifiques qui justifieront par la suite la solution finale. De ce point de départ, le film de Daniel Vigne cherche à comprendre sur quoi reposait cette pseudo-ethnologie.
Une ethnologie d’opportunistes
Parmi les étudiants de Bebermeyer, le jeune Hermann Bausinger est frappé par l’opportunisme de ses professeurs de l’époque. Aujourd’hui, il se rappelle : « Il n’était pas vraiment un très grand professeur, mais il a saisi l’opportunité et a fait régner la discipline à sa manière au sein de l’université. » Bausinger remplacera Bebermeyer à la tête de l’université de Tübingen à la fin de la guerre.
Mais sur quoi au juste se fondent ces théories qui nourrissent la propagande nazie ? Parmi les élèves de Bausinger, un certain Wolfgang Emmerich va, dans les années 1960, exposer au grand jour l’imposture de ses aînés dans L’Idéologie de la germanité sous le IIIe Reich. Sa thèse est une déconstruction de la Volkskunde qui exorcise les démons du national-socialisme, alors encore présents au sein de la discipline. Selon Emmerich, elle s’appuie sur deux courants de pensée : le conservatisme politique et le romantisme allemand des frères Grimm, faisant de cette
ethnologie une pseudo-science basée sur les permanences du monde paysan. C’est dans cette ruralité que, selon l’idéologie nazie, l’âme de la germanité puise la pureté de ses origines. « D’un côté, on sacralisait la culture paysanne et, d’un autre côté, on encourageait l’industrialisation, dont en premier lieu l’industrie de l’armement », relève Hermann Bausinger, ne s’étonnant même plus de la contradiction.
Le « proto-germain », ce bon Aryen
À son arrivée au pouvoir en 1933, Hitler s’appuie donc sur une propagande bien huilée pour unir le peuple allemand derrière son idéologie. L’objectif : rendre aux Allemands leur fierté, perdue lors de la guerre de 14. Il fait appel aux ethnologues de l’époque pour étayer la thèse du « proto-germain » et asseoir l’absurde théorie d’une continuité germanique — génétique et culturelle — de l’Antiquité à l’ère moderne. En dévoyant ainsi l’ethnologie, le Führer parvient à convaincre tout un peuple de la supériorité de la race aryenne. « L’homme de Neandertal n’a jamais été notre ancêtre, nous descendons directement des Grecs de l’Antiquité (sic) », éructe Adolf Hitler dans l’un de ses discours. La propagande nazie va jusqu’à récupérer la figure d’Arminius le Chérusque, chef guerrier qui bouta les Romains hors de Germanie.
Représenté comme grand blond aux yeux bleus, Arminius incarne l’idéal aryen. Un idéal qui s’affine et se vérifie « scientifiquement » à grand renfort de mesures biométriques et d’observations médicales hasardeuses. Des milliers de Tsiganes et de Juifs sont ainsi étudiés, fichés, puis stérilisés à l’Institut d’hygiène et de raciologie de Tübingen, sous le prétexte officiel d’avoir des oreilles trop écartées ou des yeux trop rapprochés…
« La grande tragédie du peuple allemand, c’est de ne pas être resté pur par son sang et qu’il se soit mélangé avec celui des Juifs et des autres. Et c’est notre devoir d’avenir de redevenir pur par notre sang », peut-on lire dès 1925 dans Mein Kampf. La folie et l’ignorance d’Adolf Hitler ont valu à l’ethnologie d’être perçue comme une science raciste et peu fréquentable, et ce longtemps après la guerre.
Ludovic Hoarau

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Savoirs ethnologiques et collections africaines (1850-1950)
Ethnologisches Wissen und afrikanische Sammlungen (1850-1950)

Production, circulation, patrimonialisation dans les espaces
francophones et germanophones/ Produktion, Zirkulation und
Aneignung im deutsch-franzéisischsprachigen Raum

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Date/ Datum : 8-9 décembre 2016 / 8. — 9. Dezember 2016

Lieu/ Ort : Salle cinéma/ Kinosaal,
musée du quai Branly – Jacques Chirac, Paris

bulletin_pdfVoir le programme complet ici

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Un siècle et demi de présence diplomatique : la France en Allemagne depuis 1871

journée d’étude
7 octobre, 2016

lieu: Ambassade de France en Allemagne
Pariser Platz 4
10117 Berlin

9h00 – 20h00

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Cette journée d’étude sera l´occasion de retracer un siècle et demi de présence diplomatique française en Allemagne depuis l’unification du Reich. Les lieux de cette présence – Berlin tout d´abord mais aussi Bonn et Munich –, les acteurs et l´évolution des pratiques diplomatiques seront au cœur de la réflexion. Mettant l’accent sur le quotidien des émissaires français, l’expérience de l’immersion en terre allemande et le contact interculturel qu’induit le travail diplomatique, cette journée s´inscrit dans le renouveau contemporain de l’histoire de la diplomatie. Elle se déroulera dans un cadre permettant un dialogue, ouvert au public, entre chercheurs et praticiens de la diplomatie. Les intervenants s´exprimeront en français et en allemand.

bulletin_pdfProgramme

Verantwortlich/
Dr. Marion Aballéa – maballea@unistra.fr
Dr. Matthieu Osmont – matthieu.osmont@gmail.com

Réservation obligatoire auprès du Centre Marc Bloch

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Procope 2017 : partenariat franco-allemand

Le programme de coopération Procope s’inscrit dans le cadre du partenariat Hubert Curien (PHC). Il vise à développer les échanges scientifiques et technologiques d’excellence entre les laboratoires de recherche des deux pays, en favorisant les nouvelles coopérations. Tous les domaines scientifiques, y compris les sciences humaines et sociales, sont concernés par ce programme. Date limite de co-dépôt des dossiers : 6 juin 2016.

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Chers collègues, vous trouverez ci-dessous une offre de l’OFAJ

Manifestations de mise en réseau pour jeunes chercheurs
Veranstaltungen zur Netzwerkbildung für Nachwuchswissenschaftler

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Nous avons le plaisir de vous informer que le conseil d’université de l’Université franco-allemande (UFA) a décidé la semaine dernière de publier un nouvel appel d’offres pour les manifestations de mise en réseau. Ainsi, il existe deux échéances de dépôt des demandes de soutien cette année : le 15 juin 2016 et le 15 septembre 2016. En fonction de la durée de votre manifestation, l’évaluation de votre dossier pourra prendre jusqu’à quatre mois.

Les manifestations de mise en réseau regroupent dorénavant les anciens appels d’offres pour les ateliers de recherche et les programmes de mise en réseau thématique, et incluent également les écoles d’été et d’hiver.

Vous trouverez de plus amples informations sur le site internet de l’UFA :
http://www.dfh-ufa.org/fr/recherche/manifestations-de-mise-en-reseau/

auf deutsch: http://www.dfh-ufa.org/de/forschung/veranstaltungen-zur-netzwerkbildung/

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Le prix parlementaire franco-allemand (Deutscher Bundestag et Assemblée Nationale) a été décerné lors d’une cérémonie à Aix la Chapelle à Claudia Hiepel, membre de notre comité.

Le 12 février 2016, à Aix-la-Chapelle, le 7ème Prix parlementaire franco-allemand a été remis par M. Claude Bartolone, Président de l’Assemblée nationale, et M. Norbert Lammert, Président du Bundestag allemand, à :
Mme Claudia Hiepel, lauréate allemande pour son livre Willy Brandt et Georges Pompidou. La politique européenne franco-allemande entre crise et nouvel élan.
Mme Cécile Calla et Mme Claire Demesmay, lauréates françaises pour leur livre Que reste-t-il du couple franco-allemand ?

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Claude Bartolone, Claire Demesmay, Cécile Calla, Norbert Lammert, Claudia Hiepel (rechts)

ico_permalienPlus d’informations ici

Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert und der französische Parlamentspräsident Claude Bartolone haben am Freitag, 12. Februar 2016, in Aachen den Deutsch-Französischen Parlamentspreis an die Historikerin Dr. Claudia Hiepel (Mitgliederin unseres Komitees), die Journalistin Cécile Calla und die Politikwissenschaftlerin Dr. Claire Demesmay verliehen.

Die aus deutschen und französischen Abgeordneten und Wissenschaftlern zusammengesetzte Jury unter Vorsitz der beiden Parlamentspräsidenten hatte sich für Claudia Hiepels WerkWilly Brandt und Georges Pompidou. Deutsch-französische Europapolitik zwischen Aufbruch und Krise“ entschieden. Cécile Calla und Claire Demesmay bekommen die Ehrung für ihr Buch „Que reste-t-il du couple franco-allemand?“ (Was bleibt vom deutsch-französischen Tandem?).

Claudia Hiepel ist Privatdozentin und Wissenschaftlicher Mitarbeiterin an der Universität Duisburg-Essen. Sie untersucht in ihrem Werk die Europapolitik in den siebziger Jahren unter dem deutschen Kanzler Willy Brandt und dem französischen Präsidenten Georges Pompidou. In dieser von schweren Krisen geprägten Ära konnten die beiden Politiker trotz ihres persönlich schwierigen Verhältnisses entscheidende Weichen für die europäische Einigungspolitik stellen.
Für ihr Buch bekam die Autorin (Jahrgang 1967) 2011 den Willy-Brandt-Preis zur Förderung von Nachwuchswissenschaftlern der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung und den „Émile-und-Aline-Mayrisch-Preis“ für herausragende Verdienste um die westeuropäische Verständigung. 2015 ist eine aus Mitteln der Volkswagen-Stiftung finanzierte französische Übersetzung des Werks erschienen.

ico_permalienMehr Informationen hier

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Le groupe de recherche “Genre et Europe” du LabEx EHNE (Ecrire une Histoire nouvelle de l’Europe) organise les 19 et 20 novembre 2015 un colloque international sur le genre de l’intégration européenne.

à Paris, salle 1, Paris-I Panthéon jeudi 19 novembre au matin,
Maison de l’Europe, jeudi 19 novembre après-midi et vendredi 20 novembre

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L’ambition du colloque est d’observer au prisme du genre l’histoire de l’intégration européenne, pour en mieux comprendre les origines, le fonctionnement et les effets.

Programme

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Call for Papers/ Appel à Communications

Der Rhein als politische Landschaft zwischen Deutschland und Frankreich 1815 – heute/ Le Rhin. Un espace partagé entre la France et l´Allemagne de 1815 à nos jours

Das deutsch-französische Historikerkomitee besteht seit seiner Gründung im Jahr 1986 als Vereinigung von deutschen und französischen Wissenschaftlern, die sich mit deutscher und französischer Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert beschäftigen. Alle zwei Jahre veranstaltet es eine wissenschaftliche Konferenz abwechselnd in Deutschland und Frankreich. Die nächste Tagung wird unter dem Titel „Der Rhein als politische Landschaft zwischen Deutschland und Frankreich 1815-heute“ am 29. September/1. Oktober 2016 an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf stattfinden.

Le Comité franco-allemand des historiens est, depuis sa fondation en 1986, une association d’historiens français et allemands travaillant sur l’histoire de la France et de l’Allemagne aux XIXe et XXe siècles. Tous les deux ans, le Comité organise un colloque scientifique, alternativement en France et en Allemagne. Le prochain colloque se tiendra du 29 septembre au 1er octobre 2016 à l’université Heinrich Heine de Düsseldorf et aura pour thème « Le Rhin. Un espace partagé entre la France et l´Allemagne de 1815 à nos jours ».

Gefragt sind Beiträge, die sich in deutscher, französischer oder englischer Sprache mit einem Thema aus dem oben skizzierten Bereich beschäftigen. Vorschläge werden erbeten bis zum 30. November 2015 an :
Les propositions de communication, en allemand, en français ou en anglais, portant sur le domaine esquissé ci-dessus, sont à envoyer avant le 30 novembre 2015 à :

Prof. Dr. Guido Thiemeyer
Lehrstuhl für Neuere Geschichte
Heinrich-Heine-Universität
Universitätsstr. 1
40225 Düsseldorf
guido.thiemeyer[at]uni-duesseldorf.de

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Le nouveau numéro d’Allemagne d’aujourd’hui est consacré aux réformes territoriales en France et en Allemagne

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Sommaire du No 212 Allemagne d’aujourd’hui (avril-juin 2015)

H. MENUDIER – Richard von Weizsäcker 1920-2015
M. WEINACHTER – L’AfD deux ans après sa création : après la percée, l’implosion ?
B. PIVERT – Critique de l’islam et discours conservateur chez Ralph Giordano, Richard Wagner, Henryk M. Broder et quelques autres.
E. WISBAUER – La politique étrangère de l’Allemagne entre fidélité a Israel et soutien au peuple palestinien. Le vote d’abstention allemand du 29 novembre 2012 a l’ONU sur le statut de la Palestine
G. SFEZ – Une noblesse philosophique du meurtre de masse ?
L’actualité sociale par B. LESTRADE

 Hommage à Alfred GROSSER à l’occasion de son 90e anniversaire

Avec les contributions de C. DEUSSEN, S. WASUM-RAINER, F. MION, M. POCHARD et H. MIARD DELACROIX

 DOSSIER : Réformes territoriales en France et en Allemagne

Un dossier dirige par Rudolf Herrmann et Jérôme Vaillant

J. VAILLANT – De la difficulté des réformes territoriales en France et en Allemagne
R. LEFEBVRE – Le système local français est-il réformable ?
D. MANIER – La réforme territoriale en France : L’avenir du Département en tant que collectivité territoriale
P. LETY – Reforme territoriale en France : les communes et les syndicats intercommunaux
R. HERRMANN – Le mille-feuilles allemandµ
F. KUHN – L’arrondissement Rhin-Sieg
E. LOHSE – Qu’est-ce qu’une ≪ région métropolitaine ≫ (Metropolregion) ?
P. SCHADLER – Quelques réflexions sur la reforme territoriale en France
H. KISTENMACHER – Systèmes étatiques et reformes de l’administration en France et en Allemagne
B. GRESILLON – Berlin, un territoire à géométrie variable
J.-L. GEORGET – La place du Bade-Wurtemberg dans l’économie allemande : exportations, innovation, qualification
L. GUIHERY – L’essor des nouveaux services des autocars interurbains : le casse-tête des politiques publiques en AllemagneµM. COEURDRAY, T. BLANCHET – Transfert de modèles et dynamiques locales autour de la restructuration des services urbains en Allemagne de l’Est

Comptes rendus

Notes de lecture de J.-C. FRANCOIS

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La Revue d’Allemagne prévoit la publication, dans le n° 1/2017, d’un dossier consacré à l’année 1917 en Europe

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CFP pour le 30 octobre 2015

1917 ou « L’année impossible » comme l’a qualifiée Jean-Jacques Becker[1], en raison de la multitude d’événements parfois difficilement saisissables qui la compose. Les contemporains, en Europe, sont désormais las de la guerre. Celle-ci a déjà très lourdement saigné les peuples, après de terribles batailles sur divers fronts, et plongé les sociétés dans le deuil. Alors que se renforce la tension entre deux mouvements, l’un de refus de la guerre, l’autre de radicalisation, la question de la poursuite de la guerre, de son acceptation par les soldats sur le front et les sociétés à l’arrière, de la cohésion des nations, est ouvertement posée, comme le montrent les nombreuses mutineries. Et puis la configuration du cercle des belligérants se modifie très profondément : d’un côté, la guerre se mondialise encore davantage, avec l’entrée en guerre des États-Unis et l’arrivée de leurs soldats sur le sol européen ; de l’autre, la Russie sort de la guerre. Sur le moment même et sans doute même sur le plus long terme, l’impact de la révolution bolchevique n’a été perçu qu’à l’aune de ses conséquences directes sur le conflit mondial. Ce n’est que des décennies plus tard que, jetant un regard rétrospectif sur le siècle, des historiens, à l’instar d’Eric Hobsbawm, ont fait de l’année 1917 dans son ensemble, un point tournant, une césure, si ce n’est le début du court xxe siècle. Si le rapport de 1917 au siècle a été revisité, celui de cette « année impossible » à la guerre dans son ensemble l’a été lui aussi et de manière récente. Le cycle des manifestations de commémoration de la Première Guerre mondiale, en France, a été lancé par l’exposition « 1917 », qui s’est tenue au Centre Pompidou – Metz de mai à septembre 2012[2]. Car l’année 1917 en Europe n’est pas seulement l’espace-temps d’une histoire terrifiante de la guerre, des États et des sociétés en guerre. Elle marque également un foisonnement artistique porté tant par des artistes confirmés que des amateurs devenus artistes ou écrivains par la guerre. L’année 1917 marque l’émergence d’une représentation renouvelée de la guerre, avec de nouveaux courants (le surréalisme notamment). Il s’agit d’un moment d’accélération et de rupture artistique, auquel contribue la propagande (artistique, culturelle, médiatique), et qui, inversement, doit compter avec la censure. La densité historique de l’année 1917, jointe à cette mutation des représentations, ont contribué à façonner « la » voire « les » mémoires de 1917.

Ce dossier se propose de réunir des contributions portant sur cette triple dimension d’histoire, de représentation et de mémoire de l’année 1917 en Europe.

 

Les propositions, sous la forme d’un résumé de 1500 à 2000 signes, peuvent être envoyées à la rédaction de la revue avant le 30 octobre 2015 pour examen par le comité de rédaction,  qui répondra en novembre 2015. Les articles définitifs devront être livrés pour fin mai 2016  pour expertise avant publication dans le n°1/2017.

[1] Jean-Jacques Becker, 1917 en Europe : l’année impossible. Bruxelles, Éditions Complexe, 1997.
[2] Claire Garnier 
et Laurent Le Bon (éd.), 1917, Éditions du Centre Pompidou-Metz, 2012.

 

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complexe

Si loin, si proche …
À propos de concepts-clés dans le contexte franco-allemand

Ähnlichkeit in der Differenz
Kulturelle Schlüsselbegriffe im deutsch-französischen Kontext

 Journées d’Etudes franco-allemandes
Deutsch-französische Tagung
Aix-Marseille Université (AMU) / Universität Passau

 8-9. Oktober 2015
Aix en Provence

„Deutsch-französische Verständigung ist oft irritierend schwierig. Bei aller Nähe und scheinbarer Verbundenheit trennen uns Verschiebungen in Zeit und Raum. Was sind wir, Deutsche und Franzosen, wie kommt es, dass wir uns einander so vertraut und doch so fremd fühlen? Wie kann das Gegenüber zugleich so ähnlich und doch so andersartig sein?“

 Jacques Leenhardt, Robert Picht, Esprit/Geist. 100 Schlüsselbegriffe für Deutsche und Franzosen, Piper, München 1989

Die Forschungsgruppe ECHANGES der Université Aix-Marseille und der Lehrstuhl für Interkulturelle Kommunikation der Universität Passau (Christoph Barmeyer & Sebastian Öttl) veranstalten in Kooperation mit den deutsch-französischen Master-Studiengängen LEA/ICBS (International Cultural and Business Studies) und AIFA (Aire interculturelle franco-allemande) eine deutsch-französische Tagung.

Organisation: Catherine Teissier und Nicole Colin (AMU), Christoph Barmeyer und Sebastian Öttl (Universität Passau)

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Als Kernländer des europäischen Integrationsprozesses sind Deutschland und Frankreich auf eine enge und wirkungsvolle Zusammenarbeit auf allen Ebenen angewiesen. Wie alle interkulturellen Beziehungen ist die deutsch-französische Kooperation in ihrer alltäglichen Praxis allerdings nicht nur von bereichernden und produktiven Begegnungen, sondern auch von Missverständnissen geprägt. Die Gründe hierfür liegen oft in der Unkenntnis des anderen Systems, in der Unterschätzung von historisch-gesellschaftlich begründeten Unterschieden und ihrer Fehlinterpretation.

Unter Schlüsselbegriffen versteht man im Allgemeinen Kernbegriffe, die auf inhärente Besonderheiten und historische Kontinuitäten einer Gesellschaft verweisen, auf deren kulturelle Praktiken sowie Wertorientierungen. Ihre prägende Bedeutung ist gewissermaßen das kollektive Gedächtnis einer Gesellschaft. In ihnen verbinden sich in vielschichtiger Weise historische Diskursentwicklungen mit philosophischen Konzepten und der politischen Ereignisgeschichte. Schlüsselbegriffe finden somit Einsatz zur Beschreibung eines gesellschaftlichen Phänomens. Sie sind in der Regel relativ abstrakte Formulierungen, die sich im wirtschaftlichen und politischen Bereich (z.B. Führung, Stabilität, Europa) ebenso finden wie im kulturell-gesellschaftlichen Kontext (z.B. Journalist, Intellektueller, Kunst, Sprache).

Während ihre Komplexität im alltäglichen Gebrauch zumeist nicht offensichtlich wird, zeigt sie sich im transnationalen Kontext um so deutlicher, dass die mit ihnen verbundene Bedeutung und handlungswirksame Interpretation sowie konkrete Umsetzung variieren kann: Insbesondere kulturelle Schlüsselbegriffe wie Nation, Staat, Wirtschaft, Unternehmen, Führung, Kompromiss etc. sind dafür prädestiniert solche Formen von Missverständnisse zu erzeugen. Auch sind Begriffe wie „Bildung“ oder „bürgerlich“ kaum zufriedenstellend in eine andere Sprache zu übersetzen, weil diese in der Regel ähnliche Begriffe bereithalten, die jedoch eine andere historische und institutionelle Grundlage besitzen. Im Kulturtransfer führt diese Ähnlichkeit in der Differenz häufig zu grundlegenden Missverständnissen, die oft nur schwer als solche detektiert werden.

Die Analyse kulturell spezifischer Schlüsselbegriffe verlangt also neben soziokulturellem Wissen eine grundlegende Kenntnis semantischer Unterschiede vermeintlich gleicher Begrifflichkeiten. Es handelt sich um eine Form der kulturellen Übersetzung, die interkulturelle Begegnungen erleichtert und zu einem tiefgründig besseren Verständnis des Partners beiträgt. Die Untersuchung der Schlüsselbegriffe sowie ihrer Wurzeln und Auswirkungen auf konkretes Handeln, verlangt nach einer integrativen und interdisziplinären Methode, die sich nicht auf die Ereignisgeschichte konzentriert, sondern vielmehr begriffsgeschichtlich argumentiert, d.h. die sozialhistorischen, philosophischen und psychologischen Zusammenhänge kultureller Entwicklungen einbezieht.

Das in verschiedenen Auflagen auf Deutsch und Französisch erschienene Buch von Jacques Leenhardt und Robert Picht Esprit/Geist, 100 Schlüsselbegriffe für Deutsche und Franzosen, vereinigte 1989 zum ersten Mal in einem Sammelband deutsch-französische Schlüsselbegriffe, die hier eine Orientierungshilfe leisten. In knapper, essayistischer Form vergleichen hier deutsch-französische Experten die Bedeutung zentraler Themen aus Geschichte, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft beider Länder: „Wir können unsere in der Zwangsjacke nationaler Beschränkungen starr gewordenen Kulturen nur dann wieder zu neuer Bildsamkeit öffnen, wenn wir gemeinsam mit unseren Lesern die mühsame, gelegentlich schmerzliche, oft auch erheiternde Arbeit der Anamnese leisten. Wir können auf diesem Wege das Gemeinsame im Unterschiedlichen, das Anregende im Fremden entdecken. Denkmuster und Traditionen werden als historisch Gewordenes, also auch weiterhin Entwicklungsfähiges bewusst.“ Das Buch war ein Pionierwerk, das nun bereits über zwei Jahrzehnte hinweg deutsch-französischen Mittlern in Politik, Kultur und Wirtschaft (und vor allem auch solchen, die es werden wollen) die deutsch-französischen Vorstellungswelten, ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede erklärt. 25 Jahre nach Erscheinen des Buches, sollen seinem Prinzip folgend, bestimmte zentrale deutsche und französische Schlüsselwörter der interkulturellen Zusammenarbeit aus heutiger Perspektive neu betrachtet werden, in ihrem soziokulturellen Kontext beleuchtet und mit aktuellen Fragestellungen aus der Perspektive interkultureller Forschung und Praxis analysiert werden.

 Im Mittelpunkt sollen dabei folgende drei Themenbereiche stehen:
– das politische Feld (mit Begriffen wie: Nation, centralisme, Staat, syndicat, Umweltschutz)
– das ökonomische Feld (mit Begriffen wie: Stabilität, Mittelstand, Mitbestimmung, patron, invention)
– das kulturelle Feld (mit Begriffen wie: Esprit, civilisation, progrès, raison, terroir, Bildung, Stilleben)

Drei Keynote speaker werden Input für diese Themenbereiche liefern, im Anschluss werden Vorträge und eine Debatte mit Moderation für einen lebendigen Ausstauch zwischen Vortragenden und Publikum sorgen.

Interessierte werden gebeten bis zum 30. Juni 2015 ein kurzes Abstract (max. 3000 Zeichen) für eine 15-minutige Präsentation eines Schlüsselbegriffes auf deutsch oder französisch an Christoph Barmeyer und Catherine Teissier zu schicken.

Christoph.Barmeyer[at]Uni-Passau.de
Catherine.teissier[at]univ-amu.fr

Bei dem Publikum der Tagung handelt es sich vorwiegend um deutsch-französische Studierende und Doktoranden der Universitäten Aix-Marseille und Passau. Die Veranstaltung richtet sich aber auch an interessierte Teilnehmer außerhalb des Universitätskontextes, wie Fach- und Führungskräfte und Lehrer, die in deutsch-französischen Kontexten arbeiten. Die Referenten sollten in ihrem Vortragsstil berücksichtigen, dass ein entsprechender Teil der Zuhörer keine Muttersprachler sind. Eine Publikation der Beiträge ist in einer Sondernummer der Zeitschrift Dokumente/Documents 2016 vorgesehen.

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dfi aktuell

Wir freuen uns, Ihnen die zweite Ausgabe von „dfi aktuell“ im Jahr 2015 übermitteln zu dürfen.

  • dfi analyse: Reform des Collège und die Folgen
  • dfi information: XXXI. Jahreskonferenz des dfi
  • dfi information: Zu Gast im Senat
  • dfi information: Ausbildung überwindet Grenzen. dfi unterstützt das Pilotprojekt AzubiBacPro
  • dfi information: Hochschulkooperation mit Tunesien
  • dfi information: Ehemaligenseminar des Programms „On y va – auf geht’s!“
  • dfi information: Wie viele, wie hoch, wie groß? Themendossiers der Frankreich-Bibliothek mit statistischen Angaben
  • dfi service: Nachwuchswissenschaftler stellen ihre Doktorarbeiten vor
  • dfi service: Frankreich Jahrbuch 2014. Zivilgesellschaft in Frankreich, Deutschland und Europa
  • dfi service: Neu erschienen: Haushaltskulturen
  • dfi service: Neuerscheinung Europa-Jahrbuch
  • dfi service: Ludwigsburger Schlossfestspiele 2015
  • dfi service: Die DFH zur Schulreform in Frankreich
  • dfi service: Kooperationsvertrag „Jugend und Wirtschaft“
  • dfi service: Die Bretagne – faszinierende Partnerregion in Frankreich

Sie finden die neueste Ausgabe von „dfi aktuell“ online unter folgender Adresse:
http://www.dfi.de/pdf-Dateien/Veroeffentlichungen/dfi-aktuell/2015/dfi_aktuell_02_15D.pdf


Nous sommes heureux de vous présenter le deuxième numéro de notre lettre d’information « dfi aktuell » pour 2015.
Dans ce numéro :

  • dfi analyse : La réforme du collège et ses conséquences
  • dfi information : L’actualité s’invite à la XXXIe conférence annuelle du dfi
  • dfi information : Invité au Sénat
  • dfi information : Quand la formation dépasse les frontières
  • dfi information : Coopération universitaire avec la Tunisie
  • dfi information : Séminaire des anciens du programme « On y va – auf geht’s ! »
  • dfi information : En quête de chiffres ? Les dossiers thématiques de la Frankreich-Bibliothek, une mine de données statistiques
  • dfi service : Les jeunes chercheurs présentent leurs thèses
  • dfi service : Frankreich Jahrbuch 2014 : La société civile en France, en Allemagne et en Europe
  • dfi service : Vient de paraître : Cultures monétaires et budgétaires
  • dfi service : Vient de paraître : L’état de l’Union
  • dfi service : Festival du Château de Ludwigsburg 2015
  • dfi service : L’UFA s’exprime au sujet de la réforme des collèges en France
  • dfi service : Convention de Coopération « Jeunesse et Economie »
  • dfi service : La Bretagne – Tour d’horizon d’une région partenaire

Vous trouverez ce numéro de « dfi aktuell » sur notre site web :
http://www.dfi.de/pdf-Dateien/Veroeffentlichungen/dfi-aktuell/2015/dfi_aktuell_02_15F.pdf

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AUSSCHREIBUNG

Deutsch-französischer Schreibworkshop für Doktoranden

Datum: 02.-04. Juli 2015
Ort: Moulin d’Andé (Normandie)

moulin.ande

Bewerbungsfrist: 10. Mai 2015

Das Schreibatelier richtet sich an Doktorand/innen, die in ihrer Arbeit bereits fortgeschritten sind, d. h. die Phase der Informationsbeschaffung weitgehend abgeschlossen haben und in die Schreibphase eintreten. Es soll ihnen konkrete Hilfestellung bei der Bewältigung des Schreibprozesses geben (Selbstmotivation, Charakteristika wissenschaftlichen Schreibens, Strukturierung und Organisation des Schreibprozesses). Dabei sollen die allgemeinen Spezifika des wissenschaftlichen Diskurses in Deutschland und Frankreich ebenso angesprochen werden wie Besonderheiten in den Schreibformen und -stilen einzelner Disziplinen in den Kultur- und Sozialwissenschaften.

Das Seminar soll die Teilnehmerinnen befähigen, eigenverantwortlich, souverän und methodisch reflektiert eine zentrale Etappe des eigenen Promotionsprojektes zu organisieren. Es soll ihnen helfen, den Schreibprozess effizient zu gestalten, Schreibtechniken zu erlernen, Gefahrenmomente zu erkennen, ihnen ergebnisorientiert zu begegnen sowie Schreibblockaden und Frustrationserfahrungen zu überwinden.

Arbeitssprachen sind Deutsch und Französisch.

In Kooperation mit dem Frankreich-Zentrum der Freien Universität und mit Unterstützung der Deutsch-Französischen Hochschule dient der Workshop der Stärkung des deutsch-französischen Nachwuchsforschermilieus. Die Veranstaltung ist Teil des vom CIERA seit 2006 durchgeführten Doktorandenbetreuungsprogramms (Programme d’encadrement doctoral). Das Ziel dieses Programms ist es zum  einen, durch das Angebot eines strukturierten und auf die Herausforderungen einer grenzüberschreitenden und interdisziplinär ausgerichteten Ausbildungsprogramms die Integration der DoktorandInnen in die scientific community zu erleichtern. Zum anderen sollen die Doktorand/innen möglichst frühzeitig auf die Anforderungen des akademischen und nicht-akademischen Arbeitsmarktes vorbereitet werden.

Veranstaltungsleiterinnen: Prof. Dr. Anne Kwaschik, Freie Universität Berlin, Juniorprofessorin für Westeuropäische Geschichte, Dr. Anne Seitz, EHESS/ CIERA, Koordinatorin des Doktorandenprogramms des CIERA, Martha Boeglin, Scriptoria

Kosten: Die Übernachtungskosten (im Zweibettzimmer) sowie die Verpflegung werden übernommen. Fahrtkosten werden nach Vorlage der Belege in Höhe von 80 Euro (Inland) und 100 Euro (Ausland) erstattet. Die Einschreibegebühr beträgt 50 Euro.

Bewerbungsunterlagen: Die Bewerbungen sind in deutscher oder französischer Sprache bis zum 10. Mai 2015 möglich. Sie umfassen einen wissenschaftlichen Lebenslauf, ein Motivationsschreiben und eine Kurzzusammenfassung des Promotionsthemas (jeweils eine Seite). Aus dem Motivationsschreiben sollte der Stand der Promotion ersichtlich werden. Wir danken für die Zusendung der Bewerbungen in elektronischer Form und als PDF-Dokument an Dr. Anne Seitz, seitz@ciera.fr.

Weitere Informationen finden Sie auf den Homepages der beiden Institutionen:
http://www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/frankreichzentrum/news/news/Schreibworkshop_2015.html
http://www.ciera.fr/ciera/atelier_ecriture2015?lang=fr

 

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Appel à contribution / CFP
Défis internationaux et émergence d’un espace public
en Europe depuis les années 1970

Journées d’études 18−19 juin 2015, Paris
Date limite de candidature : 27 avril 2015

Internationale Herausforderungen und die Entstehung
eines öffentlichen Raums in Europa seit den 1970er Jahren

Workshop 18.−19. Juni 2015, Paris
Deadline: 27. April 2015

DIP  EHNE Saisir-Europe

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L’historiographie des relations internationales en Europe après 1945 reste dominée par une focalisation sur les relations bilatérales et sur l’histoire politique. La création progressive d’un espace européen de communication depuis les années 1970 invite cependant à un changement de perspective, qui consiste à revoir l’étude du processus décisionnel, en mettant la société civile comme point de départ. Dans cet espace de communication émergent, on peut en effet constater des convergences dans les débats qui ont eu lieu dans différents pays européens sur des questions à caractère transnational. Il semble par conséquent utile de s’intéresser à ces convergences et de s’interroger sur l’impact qu’elles ont pu avoir sur les décisions politiques tant au niveau national qu’au niveau européen. Les problèmes environnementaux constituent une question à caractère transnational par excellence. En effet, la protection de la nature voire de l’héritage naturel ou bien l’approvisionnement en énergie, notamment l’utilisation de l’énergie nucléaire, ont suscité et suscitent toujours un vif intérêt dans l’opinion publique partout en Europe. Bien que ces questions aient, depuis les années 1970, fortement gagné en importance dans l’espace public, il semble important de ne pas négliger la dimension de longue durée, inhérente à ces questions.

Les contributions devraient s’intéresser à un ou plusieurs des points mentionnés ci-dessous :
− la perception des questions transnationales dans les différents espaces nationaux de communication (p.ex. études comparatives de discours et de sémantique)
− la circulation d’idées, de concepts et de schémas de perception entre les différents espaces nationaux de communication
− les activités des associations ou des ONG qui se sont engagées en faveur de problèmes environnementaux ou d’autres problèmes à caractère transnational dans un ou plusieurs pays européens
− les institutions et les personnes qui ont servi d’intermédiaire, de manière délibérée ou non-consciente, entre les différents espaces nationaux de communication
− le travail parlementaire, tant au niveau national qu’au niveau européen, qui s’est emparé de tels problèmes et qui a réagi à l’opinion publique et/ou aux activités des ONG, faisant entrer de cette manière des sujets et des revendications concrètes dans le circuit de la décision politique
− les conséquences de telles convergences sur l’agenda politique des différents gouvernements et chefs d’État ainsi que sur celle des institutions européennes
− les conditions et les délais dans lesquels les questions d’intérêt public, comme par exemple les problèmes environnementaux, peuvent devenir des objets de la politique européenne
− les sujets en lien avec l’Allemagne et/ou la France sont appréciés, mais pas obligatoires.

Ce workshop se situe dans le cadre d’un nouveau projet de recherche de l’Institut historique allemand Paris en coopération avec le laboratoire d’excellence « Écrire une histoire nouvelle de l’Europe ». Pour en savoir plus sur ce projet, consulter la rubrique « Recherche » sur le site web de l’institut, www.dhi-paris.fr . Font partie du comité scientifique pour ce workshop : Éric Bussière (univ. Paris-Sorbonne/LabEx EHNE), Anahita Grisoni (« Saisir l’Europe »), Hélène Miard-Delacroix (univ. Paris-Sorbonne/LabEx EHNE) et Christian Wenkel (IHA).
Cet appel à contribution s’adresse prioritairement à des jeunes chercheurs (étudiants avancés en Master 2, doctorants et post-doc). Les frais de voyage et d’hébergement seront pris en charge par l’IHA.

La langue de travail sera le français, des communications en anglais seront toutefois acceptées. Merci de bien vouloir envoyer votre candidature (une page A4 environ) en français, en allemand ou en anglais avec un court C.V. (merci d’indiquer vos compétences linguistiques) dans un seul fichier PDF d’ici le 27 avril 2015 à cwenkel@dhi-paris.fr.

Les candidats sélectionnés seront invités à envoyer leur communication d’ici le 8 juin 2015 au plus tard.

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Die Historiografie zur Geschichte der internationalen Beziehungen in Europa wird dominiert von einer Fokussierung auf das Bilaterale sowie einer politikgeschichtlichen Perspektive. Die verstärkte Herausbildung eines „europäischen Kommunikationsraumes“ seit den 1970er Jahren begünstigt jedoch einen Perspektivenwechsel, bei dem für die Untersuchung von politischen Entscheidungsfindungsprozessen die Zivilgesellschaft als Ausgangspunkt gewählt wird. Innerhalb dieses sich allmählich herausbildenden Kommunikationsraums lassen sich Konvergenzen bezüglich transnationaler Fragen im öffentlichen Diskurs verschiedener Länder konstatieren. Es erscheint lohnenswert sich für diese Konvergenzen zu interessieren und nach ihren Auswirkungen auf politische Entscheidungen sowohl auf nationaler als auch auf supranationaler Ebene zu fragen. Ein mögliches Beispiel für derartige Untersuchungen sind Umweltfragen, da der Schutz von Natur und Naturerbe, Fragen der Energieversorgung, insbesondere im Fall von nuklearer Energie, oder auch der nachhaltigen Nutzung von natürlichen Ressourcen öffentliches Interesse in ganz Europa geweckt haben bzw. wecken. Im Zuge der 1970er Jahre erhielten diese Fragen im öffentlichen Raum zwar einen neuen Stellenwert, dennoch soll die diesen Fragen innewohnende Dimension der longue durée nicht außer Acht gelassen werden.

Die Beiträge sollten auf einen oder mehrere der nachfolgenden Punkte eingehen:
− Wahrnehmung transnationaler Fragen in verschiedenen nationalen Kommunikationsräumen (z.B. vergleichende Diskurs- und Semantikanalyse);
− Zirkulation und Transfer von Ideen, Konzepten und Wahrnehmungsmustern zwischen den verschiedenen nationalen Kommunikationsräumen;
− Aktivitäten von Vereinen und NGO’s, die sich für Umweltfragen oder andere Probleme transnationalen Charakters in einem oder mehreren europäischen Ländern engagiert haben;
− Institutionen und Personen, die absichtlich oder unabsichtlich als Mittler zwischen den verschiedenen nationalen Kommunikationsräumen aktiv waren;
− parlamentarische Arbeit auf nationaler und europäischer Ebene, die Debatten aufgegriffen und/oder auf Aktivitäten von NGO’s reagiert hat und damit Themen und konkreten Forderungen Eingang in den politischen Entscheidungsfindungsprozess verschafft hat;
− Auswirkungen von Konvergenzen auf die politische Agenda verschiedener europäischer Regierungen und Staatschefs sowie auf die der europäischen Institutionen;
− Rahmenbedingungen und Zeitrahmen für die Transformation von Fragen öffentlichen Interesses, wie etwa die genannten Umweltfragen, in Gegenstände europäischer Politik;
− Themen mit Bezug zu Deutschland und/oder Frankreich sind willkommen, aber nicht zwingend.

Dieser Workshop ist Teil der Aktivitäten eines neuen Forschungsprojekts des Deutschen Historischen Instituts Paris in Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster „Écrire une histoire nouvelle de l’Europe“. Weitere Informationen zum Projekt finden sie unter der Rubrik „Forschung“ auf der Website des DHIP, www.dhi-paris.fr . Zum wissenschaftlichen Beirat des Workshops gehören Éric Bussière (Univ. Paris-Sorbonne/LabEx EHNE), Anahita Grisoni („Saisir l’Europe“), Hélène Miard-Delacroix (Univ. Paris-Sorbonne/LabEx EHNE) und Christian Wenkel (DHIP).
Dieser Call for papers richtet sich in erster Linie an Nachwuchswissenschaftler (fortgeschrittene Master-Studenten, Doktoranden und Post-Docs). Die Kosten für Reise und Übernachtung werden vom DHIP übernommen. Arbeitssprache ist Französisch, Vorträge in englischer Sprache werden ebenfalls akzeptiert.

Bitte senden Sie Ihre Bewerbungen (ca. eine A4-Seite) in französischer, deutscher oder englischer Sprache zusammen mit einem kurzen Lebenslauf (bitte geben Sie Ihre Sprachkenntnisse an) in einem pdf-Dokument bis zum 27. April 2015 an cwenkel@dhi-paris.fr .

Die ausgewählten Kandidaten werden gebeten, Ihren Vortrag bis zum 8. Juni 2015 einzureichen

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20. April 2015, Berlin, Institut français

Deutsche und Franzosen/Französinnen am Arbeitsplatz :
Klischees und gemeinsame Herausforderungen

Konferenz mit der Soziologin Dominique Meda

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Französische Botschaft Berlin (Auditorium)
Wilhelmstraße 69
10117 Berlin

Die Veranstaltung findet ab 19 Uhr in französischer Sprache mit Simultanübersetzung statt. Anschließend wird ein kleiner Umtrunk folgen. Anbei finden Sie das Programm in Deutsch und Französisch.

Der Eintritt ist frei. ico_permalien Teilnahme nur nach Anmeldung 

 

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APPEL A COMMUNICATION
avant le 13 mars 2015

Processus de transmission dans les familles de migrants ou issues de l’immigration.
Regards croisés dans les États de l’Union Européenne

Vermittlungsprozesse in Migrantenfamilien / Familien mit Migrationshintergrund.
Gekreuzte Blicke in den Staaten der Europäischen Union

Colloque international et pluridisciplinaire : 15-16 octobre 2015
Internationale und pluridisziplinäre Tagung : 15.-16. Oktober 2015

à l’Université catholique de l’Ouest1, Angers.
Laboratoire LÉMIC (Littérature, Étrangéité, Mutations, Identités Culturelles)

S’interrogeant sur le concept de « transmission » dans le champ de la sociologie ou de l’histoire de l’immigration, l’on peut se référer à cette observation de Max Weber : « Toutes les différences de « mœurs » peuvent alimenter un sentiment spécifique de l’ »honneur » et de la « dignité » chez ceux qui les pratiquent. On oublie les motifs originels qui ont donné naissance aux diverses habitudes de vie et les contrastes se perpétuent en tant que « conventions ».» (Economie et Société, Vol 2, Pocket 1995, p. 128). Près d’un siècle plus tard, ce constat est-il toujours d’actualité ? C’est ce que ce colloque se propose de vérifier, en convoquant autour du syntagme « processus de transmission » les différents champs disciplinaires de la recherche migratoire.

Ce colloque est le second volet d’une réflexion entamée en 2013. On avait entrepris dans cette première étape une exploration des facteurs identitaires en jeu dans les migrations et les mobilités transnationales aux XXe et XXIe siècles. Après avoir éclairé dans une optique transnationale l’espace germanophone, en lien avec l’Europe centrale et sud-orientale, ce second volet se propose d’élargir la perspective à toute l’Union Européenne, dans une perspective internationale résolument comparatiste. L’objectif est d’approfondir la réflexion sur les dynamiques identitaires, en ouvrant l’horizon de recherche aussi bien aux États d’Europe occidentale que d’Europe (sud)-orientale. Au cœur de l’Europe, la France et l’Allemagne pourront servir de point d’articulation pour une réflexion plus ample et différenciée à l’échelle européenne.

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Appel à communications : Le genre de l’intégration européenne
Call for papers: Gender and European Integration

Paris, 19 et 20 novembre 2015  
 
Les propositions de communication d’un maximum de 300 mots, accompagnées d’un bref CV (une page maximum) doivent être adressées avant le 1ermars 2015 à l’adresse genreeurope@gmail.com.
Les candidats seront informés de la décision du comité scientifique le 31 mars 2015
Les langues de travail seront l’anglais et le français.
 
Paper proposals of a maximum of 300 words, accompanied by a brief CV (1 page maximum) should be sent before 1 March 2015 to genreeurope@gmail.com.
Candidates will be informed of the scientific committee’s decision by 31 March 2015.
The languages of the conference will be English and French.
 
Pour nous suivre /To follow us
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L’HUMANITÉ M’EST CHÈRE
DIE MENSCHHEIT LIEBE ICH

Rencontres à l’occasion du centenaire de la mort de Bertha von Suttner (Prix Nobel de la paix 1905)
sous le haut patronage de S.E. Ursula Plassnik, Ambassadeur d’Autriche en France.

15-16-17 septembre 2014 Paris

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Cent ans après la mort de Bertha von Suttner (1843-1914), nous nous souvenons de son oeuvre, de son action et de son message :
« L’humanité m’est chère » – « Die Menschheit liebe ich ». Des spécialistes venus de toute l’Europe vont apporter leur contribution aux commémorations parisiennes de cette Autrichienne exceptionnelle.
Bertha von Suttner ne fut pas seulement la première femme à recevoir le prix Nobel de la paix, ce fut également elle qui incita son ami et bienfaiteur Alfred Nobel à créer ce prix.
Pacifiste internationale, écrivaine et conférencière, elle s’est opposée sans fléchir à ceux qui prêchaient le nationalisme fanatique, le militarisme agressif, la haine et l’antisémitisme. Elle a reconnu le pouvoir destructeur de ces idéologies et a prédit : « La prochaine guerre sera bien plus effroyable que toutes les précédentes. » Il lui fut épargné de vivre les horreurs des deux guerres mondiales du XXe siècle.
Nous qui avons tiré les enseignements de ces guerres, nous avons reçu en héritage le devoir de commémorer et de transmettre le message de cette grande femme. Le but de sa vie est tout entier contenu dans le titre de son plus célèbre roman : « Bas les armes!».

S.E. Ursula Plassnik, Ambassadeur d’Autriche en France

lundi 15 septembre : soirée d’ouverture (sur invitation
loupevoir le programme détaillé ici

 

Colloque – mardi 16 septembre de 9h à 18h30,
Goethe-Institut Paris – 17 avenue d’Iéna, 75016 Paris

Avec des interventions de Christa Gürtler (Salzburg), Anne-Laure Briatte-Peters (Paris), Evelyne Polt-Heinzl (Wien), Konstanze Fliedl (Wien), Marie-Antoinette Marteil (Dinan), Erika Tunner (Paris), Arturo Larcato (Verona), Oliver Jahraus (München), Johann Georg Lughofer (Ljubljana)

Entrée libre dans la limite des places disponibles

Soirée culturelle : lecture à 20h – Martin Waltz
« So steht doch Rede! » / « Mais rendez donc des comptes ! »
Appelle an die Empörung der Herzen und der Vernunft / Appels à l’indignation des cœurs et de la raison

Choix de textes et de lettres de et à Bertha von Suttner, entre autres par Alfred Nobel, Henry Dunant, Léo Tolstoï, Theodor Herzl, Karl May, August Bebel.

Goethe-Institut Paris
17 avenue d’Iéna, 75016 Paris
Entrée libre dans la limite des places disponibles
(Réservation conseillée par mail à info@paris.goethe.org ou par téléphone au 01 44 43 92 30)

 

Colloque -mercredi 17 septembre de 9h à 19h
Maison Heinrich Heine – Cité Internationale Universitaire de Paris – 27c boulevard Jourdan, 75014 Paris

Avec des interventions de Jacques Le Rider (Paris), Julie Demel (Orange), Anne Synnøve Simensen (Oslo), Nicolas Dujin (Paris), Werner Wintersteiner (Klagenfurt), Marie-Claire Hoock-Demarle (Paris), Christian Kirchmeier (München), Henriett Kovács (Budapest), Jean-Paul Vienne (Saint-Martin d’Hères) et une conclusion du colloque par Stéphane Pesnel, Johann Georg Lughofer, Victoria Fernandez-Montenegro von Schack et Susanne Keppler-Schlesinger

Entrée libre dans la limite des places disponibles

Soirée culturelle : solo théâtral avec musique à 20h – Maxi Blaha
Feuerseele – sie kämpfte für den Frieden / Âme de feu – elle a combattu pour la paix : Hommage à Bertha von Suttner
Accompagnée par le bassiste Georg Buxhofer, la comédienne viennoise Maxi Blaha présentera une pièce de Susanne F. Wolf sur les différents thèmes et étapes de la vie de Bertha von Suttner.

Maison Heinrich Heine – Cité Internationale Universitaire de Paris
27c boulevard Jourdan, 75014 Paris
Entrée libre dans la limite des places disponibles
(Réservation conseillée par mail à paris-kf@bmeia.gv.at ou par téléphone au 01 47 05 85 48)

Manifestation organisée par le Forum Culturel Autrichien en collaboration avec le Goethe-Institut Paris, la Maison Heinrich Heine, le Service Culturel de l’Ambassade d’Allemagne, l’Ambassade Royale de Norvège, l’Institut Historique Allemand de Paris, l’Institut Culturel Hongrois et l’Université Paris-Sorbonne (EA 3556 REIGENN)

Coordination scientifique assurée par
Johann Georg Lughofer (Université de Ljubljana) et
Stéphane Pesnel (Université Paris-Sorbonne)

Comité scientifique
Marino Freschi (Roma), Christa Gürtler (Salzburg), Erika Tunner (Paris), Werner Wintersteiner (Klagenfurt)

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Bernd Wegner,
professeur à l’université Helmut Schmidt de Hambourg,
fera une conférence

le 12 juin à 18 h à l’INSTITUT HISTORIQUE ALLEMAND
sur le thème :

« Le regard de l’occupant. Paris vu par les Allemands 1940–1944 »

Vortrag von Bernd Wegner, Universität Hamburg,

organisiert vom DHIP (S. Martens) in Zusammenarbeit mit dem Musée Carnavalet
im Rahmen der Ausstellung »Paris libéré, Paris photographié, Paris exposé«.
Kommentar: Gaël Eismann, Universität Caen.

Hôtel Duret-de-Chevry
8 rue du Parc-Royal
75003 Paris

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Les 2 Journées d’Etudes pour lesquelles le CFP avait été diffusé précédemment se dérouleront

les mercredi 25 et jeudi 26 juin prochains

à la Fondation Lucien Paye (Cité Universitaire),

repenser-moderniteCes Journées auront pour thème l’Allemagne de 1945 et la reconstruction de la vie artistique dans les 4 zones d’occupation, sur fond d’affrontements idéologiques et politiques entre Américains et Soviétiques. Les arts plastiques, la musique, le cinéma et la littérature seront abordés dans leur lien à l’entreprise de reconstruction, en connexion avec le climat politique particulier.

Vous trouverez ci-joint le programme détaillé de ces journées et du concert du mercredi soir.

– 1ère Journée : Mercredi 25 juin, 9h30-18h
– Dans le prolongement de l’après-midi consacré à la musique, concert « Eclats de modernité » à 20h
– 2ème Journée : jeudi 26 juin, 10h-16h

L’accès aux Journées et au concert est gratuit.
Pour toute réservation : Elise.Petit@u-pem.fr

 

Lieu de l’événement :
Fondation Lucien Paye
Cité Universitaire
Entrée par le 47 boulevard Jourdan
2ème bâtiment à gauche
T3a station Montsouris / RER B Cité Universitaire

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Promotionsstellen
»Internationale Herausforderungen und die Entstehung eines öffentlichen
Raums in Europa seit den 1970er Jahren«

Institution: Deutsches Historisches Institut Paris
Datum: 01.10.2014−30.09.2017

Bewerbungsschluss: 22.06.2014

Das Deutsche Historische Institut Paris (DHIP) vergibt im Rahmen eines neuen Forschungsschwerpunktes zum Herbst 2014 Promotionsstellen zum Themenfeld »Internationale Herausforderungen und die Entstehung eines öffentlichen Raums in Europa seit den 1970er Jahren«. Dabei geht es um die Frage nach Konvergenzen in der Wahrnehmung internationaler Herausforderungen in Europa sowie um die sich daraus ergebende Definition einer europäischen Politik. Dieser Ansatz soll am Beispiel von Umweltfragen auf seine Tauglichkeit zum Beschreiben der jüngeren europäischen Geschichte geprüft werden.
Bewerbungen, welche die Entstehung eines öffentlichen Raums in Europa auf anderen Feldern in historischer Perspektive untersuchen, sind ebenfalls willkommen. Ein inhaltlicher Bezug zu Frankreich und/oder Deutschland ist wünschenswert, aber nicht zwingend.

Contrats doctoraux :
« Défis internationaux et émergence d’un espace public en Europe depuis les années 1970 »

Institution : Institut historique allemand
Durée : 01/10/2014–30/09/2017

Date limite de candidature : 22/06/2014

Dans le cadre d’un nouvel axe de recherche, l’Institut historique allemand (IHA) à Paris offre pour l’automne 2014 des contrats doctoraux sur le thème « Défis internationaux et émergence d’un espace public en Europe depuis les années 1970 ». Les recherches porteront sur la question des convergences dans la perception des défis internationaux en Europe, ainsi que sur la définition d’une politique européenne qui en résulte. Il s’agira de mettre à l’épreuve la pertinence de cette approche pour décrire l’histoire européenne récente, en prenant pour exemple les questions environnementales. Les candidats traitant d’un point de vue historique l’émergence d’un espace public en Europe dans d’autres domaines sont également les bienvenus. Les sujets en lien avec l’Allemagne et/ou la France sont appréciés, mais pas obligatoires.

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Vom 20. bis 22. März 2014 fand an der Universität Lille 3 das von Prof. Dr. Dominique Herbet (Lille 3) und Dr. Carola Hähnel-Mesnard (Lille 3) veranstaltete Symposium „Transnationale Repräsentationen von Flucht und Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg (Deutschland – Polen – Tschechien – Slowakei)“ statt.

Aus einer europäischen Perspektive sollte erörtert werden, inwieweit heutzutage die Wahrnehmung von Flucht und Vertreibung der Deutschen Gegenstand der zeitgeschichtlichen Forschung in den jeweiligen Ländern ist und inwiefern es in diesem Bereich wissenschaftliche Neuansätze gibt. Außerdem sollten die möglichen Auswirkungen der Ereignisse und ihrer Wahrnehmungen auf die Konstruktion von Identitäten und Erinnerungen in Mitteleuropa thematisiert werden. Der Schwerpunkt der Tagung lag auf der Repräsentation der geschichtlichen Ereignisse (mit einem Fokus auf die Zeit nach 1989) und auf deren Darstellung in der Literatur, in der Kunst, in den Medien sowie in Museen bzw. Ausstellungen.

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Die Tagung teilte sich in neun sich ergänzende Panels. Das erste Panel stand unter dem Titel „Globale Ansätze“ und wurde von Anne Bazin (IEP Lille) mit einem Referat über die Frage der Vertriebenen in den Beziehungen zwischen Deutschland und seinen Nachbarn nach 1989 eröffnet. Die Jahre 1989/1990 bilden dabei eine Zäsur, denn ab 1990 wurde auf beiden Seiten die Notwendigkeit einer Bewältigung der Vergangenheit anerkannt, ohne dass jedoch ein Konsens darüber gefunden werden konnte, wie sie stattfinden sollte bzw. wie die Beziehungen wieder aufgebaut werden sollten. A. Bazin beobachtete dabei drei Formen des Umgangs mit der Vergangenheit: vergessen und einen Schlussstrich ziehen, auf speziell ausgewählte Aspekte der Vergangenheit zurückgreifen sowie Wiedergutmachung. Obwohl sich der Blick auf Flucht und Vertreibung besonders nach 1998 verändert hat, so bleibt die Vergangenheit jedoch ein Mittel zur politischen Instrumentalisierung. Helmut Fehr (Budapest) befasste sich mit den Deutungsmustern zum Vertreibungskomplex in Polen und der Tschechischen Republik nach 1989 und sprach über die Deutschen als symbolisch „Andere“. In diesem Zusammenhang analysierte Fehr einerseits die Mobilisierung historischer Stereotypen und Feindbilder durch populistische Eliten, die mit einer Brutalisierung der politischen Rhetorik und der Betonung eines ethnischen Nationalismus einhergeht. Andererseits verwies Fehr auf gegenläufige Tendenzen vor allem aus dem gegenkulturellen Bereich, die durch Denkmalenthüllungen, Theateraufführungen und Filmprojekte eine Kultur des Erinnerns pflegen. Insgesamt muss jedoch festgestellt werden, dass man in Polen und in der Tschechischen Republik bis jetzt noch über keine angemessene Sprache verfügt, um die Deutschen als Nachbarn neu zu betrachten. Im Anschluss daran brachte Lena Christolova (Konstanz) anhand der Filme Habermann von Juraj Herz (2010) und Töten auf Tschechisch von David Vondraček (2010) Überlegungen zum Thema der „Anerkennung“ des Anderen in die Diskussion ein, welche die Frage nach der persönlichen Verantwortung ebenso aufwirft wie die nach der Ausdifferenzierung verschiedener Anerkennungssphären.
Der Keynote-Vortrag von Michael Schwartz (Berlin) zum Thema „Ansichtssachen: Nationale, europäische und globale Perspektiven auf moderne ethnische Säuberungen“ stellte die Frage nach der angemessenen Untersuchungsebene in Hinblick auf ethnische Säuberungen. So zeigte Schwartz zunächst, inwiefern eine isolierte, selbstbezogene Betrachtung der Ereignisse aus der Nationalperspektive zur Absolutierung führen kann und nicht ausreicht, um die Stellung der eigenen Opfer in einem größeren Gesamtgeschehen angemessen zu verorten. Im Gegensatz dazu erlaube es eine prozessuale Sicht, die Vorgeschichten in Betracht zu ziehen und den zu Blick erweitern, und z.B. die Tendenz zum Rollentausch zwischen Tätern und Opfern sichtbar zu machen. Eine europäische, eurasische oder globale Perspektive ermögliche eine Reflexion über parallele Fälle und Präzedenzfälle sowie historische Wechselwirkungen. Schwartz betonte, dass man sich mit der politischen Funktion der Forschung über ethnische Säuberungen auseinandersetzen müsse und dass Perspektivierung und Relationierung nicht mit historisch-moralischer Relativierung verwechselt werden dürften.
Das zweite Panel widmete sich der Historiographie und wurde von Muriel Blaive (Wien) eingeleitet. Sie untersuchte den Zusammenhang zwischen historischen Fakten und kollektivem Gedächtnis in der Tschechoslowakei und der Tschechischen Republik. Dieses Gedächtnis sei durch drei Komponenten gekennzeichnet: die Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg, an die Flucht und Vertreibung und an den Kommunismus, die untereinander zu unterscheiden, aber nicht zu dissoziieren seien. Blaive betonte die Selektivität der kommunistischen Geschichtsdarstellung, die historische Indoktrinierung und die heute noch zu spürenden Folgen in Form von Ignoranz zum Thema Flucht und Vertreibung, welches in der Tschechischen Republik ein heikles Thema bleibt. Jerzy Józef Kołacki (Poznan) befasste sich anschließend mit der Behandlung von Flucht und Vertreibung der Deutschen in der polnischen Geschichtsschreibung nach 1989. Kołacki erläuterte, wie der Begriff der Vertreibung als Beschreibungskategorie, als historiographisches Problem bzw. als universaler Begriff, der allgemein eine Form von Säuberung kennzeichnet, angewendet und verstanden wird. Pascal Fagot (Straßburg) analysierte im Anschluss daran 2010 veröffentlichte amtliche Dokumente aus den 1950er Jahren über die organisierte Auswanderung von Deutschen aus Polen. Die aus unterschiedlichen Gründen gewollte Ausreise der Deutschen hatte hier nichts mehr mit „Vertreibung“ zu tun, und paradoxerweise war es jetzt Polen, das aus wirtschaftlichen Gründen wenig Interesse an dieser Abwanderung hatte. Die Benutzung und den Missbrauch des Begriffes der Familienzusammenführung, als Form eines erreichten Kompromisses zwischen der Volksrepublik Polen und der Bundesrepublik, deutete Fagot als eine verborgene normale Emigration.
Anschließend eröffnete Katarzyna Woniak (Berlin) das erste Atelier für Nachwuchswissenschaftler und stellte die Ergebnisse einer Studie über deutsche Heimatvertriebene und polnischen Sibirjaken in einer polnischen Kleinstadt dar, die sich in der Öffentlichkeit als Schicksalsverbundene darstellen. Woniak setzte sich mit der Nachhaltigkeit dieser vermeintlichen Erinnerungsgemeinschaft, die aus einer verwandten Form des Verlusts der Heimat resultierte, auseinander und verwies dabei vor allem auf die Mängel dieser Schicksalsverbundenheit, deren Kernproblem das Fehlen einer notwendigen Kritik und einer historischen Reflexion sei, denn die gegenseitig empfundene Empathie sei keine Voraussetzung, um die zwischen den beiden Gruppen vorhandene historische Asymmetrie zu theorisieren. Die Ethnologin Gesa Bierwerth (Laval) führte von 2008 bis 2013 eine Feldforschung zur Rolle von Reiseführern in einem Unternehmen durch, das für ehemalige Ostdeutsche Reisen nach Ostpreußen organisiert. Schwerpunkt der Arbeit ist die Frage nach der Rolle der Reiseführer. Während der Reisen wurde Heimwehtourismus in direkter Verbindung mit dem Thema Flucht und Vertreibung betrieben, aber auch das Kulturerbe aus deutscher Zeit gepflegt. Dabei spielten die Reiseführer als Moderatoren und Mediatoren eine beachtliche Rolle, die kritisch hinterfragt werden muss.

Der zweite Tagungstag begann mit einem Panel zur Musealisierung der Ereignisse um Flucht und Vertreibung. Catherine Perron (IEP Paris) stellte historische Museen, §96-Museen und Heimatmuseen vor und dokumentierte dabei eine zerklüftete Erinnerungslandschaft (Eva und Hans Henning Hahn), die der Entstehung eines kulturellen Gedächtnisses nicht immer förderlich war, was im Kontext der Eröffnung der Dauerausstellung eine besondere Relevanz hatte. Sie zeigte aber, dass das Thema Flucht und Vertreibung schon früh über eine institutionelle Stütze verfügte, die Museen jedoch auf Ikonisierung, Emotionalisierung setzten und jede Kontextualisierung fehlte. Ab 2000 entwickelte sich aber die Tendenz nach der von Rot-Grün initiierten Wende in der Förderungspolitik mehr in Richtung Historisierung und Transnationalität, vor allem in den größeren Museen. Die darauffolgende Präsentation von Michael Dorrmann (Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung) zeigte die geplante europäische Dimension der Dauerausstellung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“, wobei die chronologische Annäherungsweise vom 19. Jahrhundert ausgehend bis zum Ende des 20. Jahrhunderts bevorzugt wurde und auch Zeitzeugenberichte einen gewissen Platz haben sollten. Mit der Geschichte von Zwangsmigrationen und von gelungenen Beispielen der Integration wird beabsichtigt, zur Versöhnung beizutragen, und eine Europäisierung der Vertreibungserinnerung angestrebt.
Der Keynote-Vortrag von Bill Niven (Nottingham) zum Thema Erinnerung an den Holocaust und an Flucht und Vertreibung basierte auf einem Schlüsselerlebnis Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre, als die US-Serie Holocaust 1979 und die ARD-Dokumentation Flucht und Vertreibung 1981 ausgestrahlt und von Millionen Deutschen gesehen wurden. Er hob die Spannungen zwischen beiden Erinnerungen hervor, welche auf dem Schuldgefühl der Deutschen basierten. Fakt ist jedoch, dass es ohne den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust keine Vertreibung gegeben hätte, eine Erkenntnis, die sich schließlich im 21. Jahrhundert durchgesetzt habe, weshalb die politische Erinnerung heute nicht revisionistisch sei.

Im zweiten Atelier für Nachwuchswissenschaftler stellte Agnieska Kuczala (Katowice) zunächst ihr auf ethnologischen Beobachtungen während des Wahlkamps 2011 beruhendes Forschungsprojekt über die deutsche Minderheit in Oppeln vor, wobei sie mit den Begriffen „symbolische Vertreibung“ und „symbolische Rückkehr“ operierte. Letztere vollzog sich nach 1989, als Vertreter der deutschen Minderheiten auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene wieder am politischen Leben teilnehmen und auf ihre Geschichte aufmerksam machen konnten. Alice Volkwein (Saint-Cyr) hinterfragte anschließend die Formen der kollektiven Erinnerung an Flucht und Vertreibung im vereinigten Deutschland und analysierte die unterschiedlichen Etappen in der zeitlichen Herausbildung dieses „Erinnerungsortes“. Einen wichtigen Einfluss hätten hierbei vor allem transnationale Diskurse im Zuge der europäischen Debatten zum Thema ausgeübt.
Der Nachmittag des zweiten Tagungstages war den literarischen Repräsentationen der Thematik gewidmet. Friederike Eigler (Washington) hielt zunächst einen anregenden Keynote-Vortrag zur Darstellung von „Flucht, Vertreibung und Heimat aus geokritischer Perspektive“, der auf raumtheoretische Konzepte zurückgriff, um anhand von Werken Horst Bieneks, Sabrina Janeschs und Jörg Bernigs zu zeigen, wie die Autoren dynamische und belebte literarische Räume konstruieren, um der Komplexität der Geschichte in den von Flucht und Vertreibung betroffenen Regionen gerecht zu werden.
Im anschließenden Panel standen Autoren der tschechischen sowohl deutschsprachigen Gegenwartsliteratur im Mittelpunkt. Martin Petras (Lille) und Kristyna Matysova (Lille) stellten in ihren Vorträgen die jüngsten Werke von Radka Denemarková, Jakuba Katalpa und Kateřina Tučková vor, die anhand unterschiedlichster Figurenkonstellationen und Plots der schwierigen deutsch-tschechischen Vergangenheit näher zu kommen versuchen und dabei auch die gängigen nationalen Interpretationsmuster der Geschichte seitens der Tschechen in Frage stellen. Abschließend untersuchte Emmanuelle Aurenche (Lyon) an Texten von Tanja Dückers, Olaf Müller und Hans-Ulrich Treichel das Motiv der Reise in die ehemalige Heimat der Elterngeneration und dessen Funktion bei der Rekonstruktion von Erinnerungen seitens der dritten Generation.
Am Samstag fand dann das zweite Panel zu literarischen Darstellungen von Flucht und Vertreibung statt. Marcin Cieński (Wroclaw) begab sich zunächst auf Spurensuche in der polnischen Literatur und unterschied zwischen drei Zeiträumen. Die erste Periode bis Mitte der 70er Jahre war durch eine Verdrängung der Vertreibung, durch die Ausradierung deutscher Elemente und durch ein Bild der Deutschen als Feinde gekennzeichnet. Erst ab Mitte der 70er Jahre fielen neue Elemente auf, wie die Idealisierung oder auch die Verharmlosung des Geschehens. Die Erinnerungssuche spielte eine beachtlichere Rolle. Nach 1989 wurde die Vertreibung präziser dokumentiert. Meike Penkwitt (Aachen) widmete sich der Darstellung des Themas durch die Autorin und bildenden Künstlerin Erica Pedretti anhand von Texten aus den 1970er und 1990er Jahren. Penkwitt untersuchte inhaltliche, erzähltechnische und erzähltheoretische Aspekte des Werkes und hob unterschiedliche Aspekte wie die Thematisierung der Schuldhaftigkeit, die Autofiktionalität, die Musikalität und den hybriden Charakter des Textes hervor, die insgesamt zu einem sensiblen Umgang mit dem Thema führten. Katja Schubert (Nanterre) richtete ihren Fokus auf die Vertreibung im Spätwerk von Christa Wolf und vertrat die These einer Entwicklung in den Texten von Christa Wolf, die von einer vollständigen Verankerung des Themas im Kontext des Zweiten Weltkriegs und der NS-Zeit zu einer Reduzierung der Perspektive, zu einem gewissen Abschied von der Geschichte im Spätwerk führte. Der Analyse lagen drei Texte zugrunde: Blickwechsel (1970), Stadt der Engel (2010), August (2012). Vor allem in letzterem sei die radikale Abdichtung vor der Geschichte bemerkenswert, die auf eine Resignation und Desillusion am Ende des Lebens verweise.
Das nächste Panel stand unter dem Motto „Audiovisueller Bereich: Kino, Fernsehen“ und wurde von Maren Röger (Warschau) eingeleitet. Sie zog einen Vergleich zwischen den audiovisuellen Geschichtsbildern der Vertreibung in (West-)Deutschland und Polen seit 1945 und vertrat die These, dass in der Bundesrepublik ein umfangreiches gepflegtes Gedenken stattgefunden habe und dass in der DDR und der Volksrepublik Polen der Begriff des Tabus nicht ganz treffend sei, auch wenn das Gedenken der ideologischen Sprachregelungen unterworfen war. Während in der Frühphase bis zu den 60er Jahren die Darstellung der Zwangsumsiedlung entkonkretisiert war, versuchte man in den 1970er Jahren eine neue Sprache für den Verlust der Ostgebiete zu suchen. In den 80er Jahren erfuhr das Thema ein verstärktes öffentliches Interesse, wobei der Zeitzeuge eine immer zentralere Rolle spielte. Nach 1989 folgte dann ein regelrechter Erinnerungsboom, der seinen Höhepunkt in den 2000er Jahren erreichte. Christian Jacques (Straßburg) interessierte sich anschließend für die Materialität der Medialisierung von Wissen über Dokumentarfilme, die er als Ort der Vermittlung von Wissen versteht. Jacques zufolge kann man die Dokumentarfilme Flucht und Vertreibung von Just von Morr und Eva Berthold (ARD/BR 1981) und Die große Flucht von Guido Knopp (ZDF 2001) als Meistererzählungen verstehen, die eine bis heute gültige Ikonographie entwickeln. Er zeigte des Weiteren auf, wie trotz der Erwähnung der universalen Werte der Menschenrechte die Darstellung der Vergangenheit ethnozentriert blieb. Nur die Bildung eines transnationalen oder europäischen öffentlichen Raumes könne es ermöglichen, über Repräsentationen einer gemeinsamen Vergangenheit zu verfügen. Die Geographin Nadine Fonta (Paris) führte in ihrer Analyse den Dokumentarfilm Aber das Leben geht weiter von Karin Kaper und Dirk Szuszies (2001) und den 2008 erschienenen polnischen Atlas „Illustrierte Geschichte der Flucht und Vertreibung – Ost- und Mitteleuropa 1939-1959“ zusammen. Während die Karten die historischen Ereignisse möglichst genau darzustellen versuchen, bildet der Atlas den wissenschaftlichen Kontrapunkt zu dem Dokumentarfilm, der in seiner Darstellungsweise sehr subjektiv ist.
Das letzte Panel der Tagung war den Fragen von „Erinnerung und Gedächtnis“ gewidmet. Die Historikerin Ségolène Plyer (Straßburg) präsentierte eine auf 60 Oral-History-Interviews beruhende Studie über sudetendeutsche Lebenserzählungen und das Gedächtnis der Vertreibung. Die zwischen 1997 und 2001 interviewten Personen, die vor 1945 im Sudetenland und danach in beiden deutschen Staaten wohnten, lieferten Erzählungen, die eine unerwartete Homogenität sowohl des Erzählten als auch der Erzählweise zutage legten. Eine Erklärung dafür sei, dass alle Interviewten die Ereignisse als Kinder erlebt und sich dann mit den Leiden der Eltern- und Großelterngeneration identifiziert und deren Erzählungen übernommen haben. Dies führe zur Herausbildung eines erstarrten Gedächtnisses. Das Referat von Gwenola Sebaux (Angers) erwies sich als Replik auf den vorangehenden Vortrag. In ihrer anthropologischen Untersuchung über die Deutschen aus dem Banat zeigte sie, inwiefern die Repräsentationen in dieser Gruppe voneinander abweichen. Sie betonte die Besonderheit dieses Fallbeispiels und unterschied zwischen den Deutschen aus dem Banat, die in die Bundesrepublik emigrierten und den Deutschen, die im Banat geblieben sind und nicht aus den rumänischen Gebieten vertrieben wurden. Einerseits könne man wegen eines komplexen „Entheimatungsprozesses“ beider Gruppen vielfältige, fragmentierte Erinnerungen wahrnehmen, andererseits sei das Banat auch Ort eines Kulturtransfers, da sich die rumänische Mehrheitsbevölkerung vermehrt deutsches „Kulturgut“ aneigne und die Gruppe der verbliebenen Deutschen eine hybride Identität annehme. Dieses Referat zeigte, wie die Identitätsfragen und die Fragen zum Thema der Erinnerung zur Deutung der Zeit nach der Vertreibung beitragen können. Das Panel und die Tagung endeten mit einem Vortrag von Pierre de Trégomain (Paris) über die Siebenbürger Sachsen, einem Sonderfall, da diese Gruppe keine Vertreibung erlebte, sondern nur teilweise aus dem Norden Transsilvaniens evakuiert wurde. Gegenstand der Analyse waren die politischen Repräsentationen der Ereignisse am Ende und nach dem Zweiten Weltkrieg im Diskurs der Siebenbürger Sachsen. Mit der Methode der Diskursanalyse wurde herausgearbeitet, wie sich die Siebenbürger Sachsen auf Kosten der Wirklichkeitstreue einer Gemeinschaft anschlossen, die auf dem gemeinsamen Gedächtnis der Heimatvertriebenen beruhte. Am Beispiel von öffentlichen Veranstaltungen zeigte de Trégomain, wie durch semantische Verschiebungen die Zugehörigkeit zu dieser historischen Gemeinschaft der Vertriebenen gefestigt wurde.

Die Konferenz hat insgesamt mit ihrer Vielfalt von Ansätzen und Gegenständen einen Beitrag zur Forschung zur transnationalen Repräsentationen von Flucht und Vertreibung geleistet, auch wenn mehrere Beispiele gezeigt haben, dass es noch Schwierigkeiten gibt, in den Dialog mit den Nachbarn zu treten, ohne eine nationale Perspektive einzunehmen.

CR rédigé par Lise BLONDEEL, agrégée et doctorante à CECILLE (Université Charles de Gaulle – Lille III)

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27-28 et 29 mars 2014 – Colloque international

D’une guerre à l’autre : que reste-t-il de 1870-1871 en 1914 ?

Musée départemental de la Guerre de 1870 et de l’Annexion à Gravelotte (Lorraine)

Cette première manifestation scientifique – au sein d’un tout nouveau musée – a pour objectif de mettre en relation la guerre de 1870 et la Première Guerre mondiale, en tenant compte des recherches les plus récentes. Ainsi, cette réévaluation des rapports entre ces deux guerres sera abordée à travers différentes pistes (relations internationales, axe militaire : comparaisons entre 1870 et les premières campagnes de 1914, axes économiques, sociétaux et culture ls).

Le colloque proposé par le Conseil général de la Moselle est le fruit d’un partenariat entre le Conseil scientifique du Musée départemental de Gravelotte, le Centre d’histoire de Sciences Po et le Centre de Recherche Universitaire Lorraine d’Histoire (CRULH) / Université de Lorraine.

Ce colloque a obentu le label Centenaire, accordé par la Mission du centenaire de la Première Guerre mondiale.

Le comité scientifique du colloque est composé de
Jean-François Chanet (Sciences Po), Christopher Clark (University of Cambridge), François Cochet (Université de Lorraine), Olivier Dard (Université Paris Sorbonne), Étienne François (Freie Universität Berlin), Christine Krüger (Georg-August-Universität Göttingen), Jörn Leonhard (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg), Jakob Vogel (Sciences Po), Éric Necker (conservateur en chef du patrimoine).

Placé sous la présidence d’honneur du Professeur François Roth, Président du Conseil scientifique du musée.

>> En savoir plus

Centre d’histoire de Sciences Po
56 rue Jacob, 75006 Paris, France

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Appel à communications
Allemagne année Zéro : repenser la modernité artistique à l’aube de la Guerre froide
Journées d’études pluridisciplinaires
Université Paris-Est – Centre de recherche Littératures, Savoirs et Arts (LISAA)
Paris, mercredi 25 et jeudi 26 juin 2014
Fondation Lucien Paye, 45 boulevard Jourdan, Paris 15°
Responsables : Élise Petit, Geneviève Mathon
Comité scientifique : Pascale Alexandre, Marc Cerisuelo, Martin Laliberté
* * *
8 mai 1945 : la signature de la capitulation sans conditions de l’Allemagne met fin à près de treize années du régime hitlérien et sonne l’« Heure Zéro » (Stunde Null). C’est dans ce contexte que les trois puissances alliées (États-Unis, Union Soviétique, Grande-Bretagne), bientôt rejointes par la France, amorcent la reconstruction de l’Allemagne. Partagée en quatre zones, elle est théoriquement gouvernée indépendamment, avec pour objectif néanmoins commun la démocratisation. Malgré des positionnements idéologiques antagonistes, la reconstruction de l’Allemagne est envisagée par tous sous l’angle de la rupture radicale avec le passé. Afin d’extirper les germes idéologiques, une vaste entreprise de « dénazification » est lancée, à laquelle s’ajoute celle de « rééducation » ou de « réorientation ». Complice d’un régime ayant, au nom de la pureté raciale, basculé dans la barbarie et la folie meurtrière autodestructrice, le peuple allemand fait l’objet de politiques visant à le « purifier » et à « épurer » la société dans son ensemble.
Cette « épuration » s’applique rapidement au système éducatif, aux administrations, à la langue allemande et aux arts eux-mêmes. Au premier plan, la musique, instrumentalisée et exploitée par le régime hitlérien. La nouvelle pureté recherchée, avant tout politique, se traduit dans un premier temps par un engouement pour des styles musicaux et des compositeurs stigmatisés par le régime hitlérien comme « dégénérés ». Parallèlement à ces premières tentatives de réhabilitation, la création musicale est encouragée, à l’Ouest comme à l’Est, pour permettre l’avènement d’une musique « vierge », irréprochable.
À l’Ouest les acteurs culturels, particulièrement les Américains, aspirent à réunir artistes et intellectuels autour de la réflexion sur la naissance d’une nouvelle musique pour reconstruire une identité européenne sur des valeurs communes. À l’Est, bien que la relation des communistes staliniens à la musique diffère de celle des nazis dans les intentions originelles, des écueils aux résultats parfois convergents apparaissent.
La découverte de l’horreur absolue, symbolisée par Auschwitz, a entraîné une « rupture de civilisation » qui s’exprime par des langages artistiques totalement repensés (esthétique du traumatisme). Si cette rupture est réelle en 1945, elle ne doit néanmoins pas occulter l’enjeu politique dont est rapidement investie la neue Musik : après quelques mois d’une unité de façade interalliée, les tensions idéologiques mènent à l’inévitable conflit de la Guerre froide et les politiques artistiques se radicalisent rapidement d’un camp à l’autre.
Les années 1945-1949 en Allemagne doivent donc être envisagées comme l’articulation complexe entre des ambitions esthétiques de rupture totale par rapport à un passé immédiat et de nouveaux enjeux idéologiques, géopolitiques et stratégiques.
* * *
Bien que principalement centrées sur le champ musical, ces journées d’études offriront également une large place aux autres domaines artistiques.
Les propositions de contribution s’inscriront dans l’une des thématiques suivantes :
–         Politiques artistiques dans les différentes zones d’occupation
–         Discours politiques et artistiques sur la modernité (1945-1949)
–         Esthétique du traumatisme
–         La « nouvelle musique » par opposition au nazisme
–         La « rééducation » par les arts
–         Arts et propagande à l’Ouest ou à l’Est à l’heure de la Guerre froide
Les actes de ces journées d’études donneront lieu à la publication d’un ouvrage collectif.
Les propositions (titre et résumé de 3000 caractères maximum), assorties d’une courte biographie et bibliographie, sont à adresser à Élise Petit (Elise.Petit@u-pem.fr).
Date limite de soumission : 30 mars 2014
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Dans le cadre du cycle thématique « France-Allemagne-Europe » de l’Institut d’Etudes Avancées (IEA) de l’Université de Cergy-Pontoise, le Centre d’Information et de Recherche sur l’Allemagne Contemporaine (CIRAC) et le Centre de Recherche Civilisations et Identités Culturelles Comparées (CICC) de l’Université de Cergy-Pontoise organisent, avec le concours du Deutsch-Französisches Institut de Ludwigsburg (DFI) et du Centre Interdisciplinaire d’Etudes et de Recherches sur l’Allemagne (CIERA),

 une table ronde sur le thème :

 La nouvelle constellation politique franco-allemande : un nouveau souffle pour l’Europe ?

 le jeudi 13 mars 2014, de 17h à 19h

 Lieu : Université de Cergy-Pontoise, site des Chênes, salle des conférences

33, boulevard du Port 95011 Cergy-Pontoise cedex

La participation à la table ronde est gratuite. Vous êtes par ailleurs cordialement invités à vous joindre aux intervenants lors d’un cocktail prévu à l’issue de la rencontre.

Pour plus de détails sur le programme et les modalités d’inscription, ainsi que sur le contenu du cycle thématique « France-Allemagne-Europe », consulter : http://www.u-cergy.fr/fr/institut-d-etudes-avancees/cycles-thematiques/cycles-thematiques-2014/france-allemagne-europe.html.

CIRAC – Centre d’Information et de Recherche sur l’Allemagne Contemporaine
Université de Cergy-Pontoise
33, boulevard du Port
95011 CERGY-PONTOISE CEDEX

Tél.: +33 (0)1 34 25 67 00

Fax : +33 (0)1 34 25 67 01
http://www.cirac.u-cergy.fr

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Intitulé « La côte 108 à Berry-au-Bac : Fronts militaires et fronts domestiques entre histoires nationales et mémoire européenne », le projet tente à partir d’un lieu, Berry-au-Bac et la côte 108 (Aisne), qui fut une ligne de front entre Français et Allemands de septembre 1914 à 1918, une histoire européenne de la Grande Guerre en faisant travailler des étudiants allemands (université de Fribourg) et français (université de Paris Ouest) de master dans les archives des deux pays. Il invite ainsi ces historiens de demain à écrire une histoire qui sort des strictes perspectives nationales et à travailler en histoire comparée en se constituant un réseau européen de recherche.

Ce projet démarre en février prochain avec une première rencontre franco-allemande et se déroulera jusqu’en 2018. Il propose d’aborder, chaque année, un thème (de l’expérience combattante à la commémoration de la Première Guerre mondiale dans les deux pays) et d’organiser entre trois et deux rencontres à Berry-au-Bac (Aisne). Chacune des dernières rencontres se clôtura sur une série de manifestations publiques (exposition, rencontres avec le public, conférences).

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